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News ▼ Abkühlend Trend-Score 43 · Veröffentlicht 19. September 2026 · Aktualisiert 10. Oktober 2026

Nobelpreis 2026: alle Preisträger und Termine der Bekanntgaben

Fünf der sechs Nobelpreise 2026 wurden vom 5. bis 9. Oktober vergeben, darunter zwei an Deutsche: Peter Hegemann und Georg Nagel teilen sich mit Karl Deisseroth den Medizinnobelpreis für die Optogenetik. Physik geht an Francis Halzen (IceCube und hochenergetische Neutrinos), Chemie an Henri B. Kagan und Kenso Soai, Literatur an die kanadische Dichterin Anne Carson und der Friedensnobelpreis an die südafrikanische Juristin Navi Pillay. Offen ist nur noch der Wirtschaftspreis, frühestens am Montag, dem 12. Oktober um 11:45 Uhr MESZ. Jeder Preis ist zum 125. Jubiläum mit 12 Millionen schwedischen Kronen dotiert, rund 1,21 Millionen Dollar, die Verleihungen folgen am 10. Dezember in Stockholm und Oslo. Quellen: NobelPrize.org, Norwegisches Nobelkomitee, TIME, Al Jazeera, CNN.

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Nobelpreis 2026: alle Preisträger und Termine der Bekanntgaben
Holger Motzkau · by-sa
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Der Kontext

Die Bekanntgaben der Nobelpreise 2026 füllten eine einzige Woche, von Montag, dem 5., bis Montag, dem 12. Oktober, in derselben Reihenfolge wie jedes Jahr: Medizin, Physik, Chemie, Literatur, Frieden und nach der Wochenendpause der Wirtschaftspreis. Fünf werden in Stockholm verlesen, einer in Oslo. Alle sechs laufen live über die eigenen Kanäle des Nobelpreises.

Fünf der sechs Preise stehen fest, mit bisher 8 Preisträgern, und Deutschland ist gleich doppelt vertreten. Den Medizinnobelpreis teilen sich Peter Hegemann von der Humboldt-Universität zu Berlin und Georg Nagel von der Universität Würzburg mit dem Amerikaner Karl Deisseroth von der Stanford University, für lichtgesteuerte Ionenkanäle und die Optogenetik, die eine neue Ära in den Neurowissenschaften eröffnete. Physik geht an einen alleinigen Preisträger, Francis Halzen, einen in Belgien geborenen Physiker an der University of Wisconsin-Madison, für IceCube und hochenergetische Neutrinos aus dem tiefen All. Chemie würdigt den Franzosen Henri B. Kagan und den Japaner Kenso Soai für nichtlineare Effekte und Autokatalyse in der asymmetrischen Synthese, “ein chemisches Rätsel, das über ein Jahrhundert alt ist”. Literatur geht an die kanadische Dichterin Anne Carson, der Frieden an die südafrikanische Juristin Navi Pillay, “für ihre Bemühungen um Frieden und Völkerrecht”. Offen ist nur noch der Wirtschaftspreis am Montag, dem 12. Oktober.

Die Uhrzeiten waren wichtiger, als sie aussahen. Nur der Friedensnobelpreis hatte einen festen Termin, Freitag, den 9. Oktober um 11:00 Uhr MESZ. Alle anderen Bekanntgaben werden als frühestmögliche Zeit veröffentlicht, weil die Akademien so lange beraten, bis eine Entscheidung steht, und eine Verzögerung von zwanzig oder dreißig Minuten der Normalfall ist. Medizin eröffnete am 5. Oktober ab 11:30 Uhr, Physik folgte am 6. Oktober ab 11:45 Uhr, Chemie am 7. Oktober ab 11:45 Uhr, Literatur am 8. Oktober ab 13:00 Uhr, und der Preis für Wirtschaftswissenschaften ist für den 12. Oktober ab 11:45 Uhr angesetzt.

In diesem Jahr ändert sich das Geld. Die Nobelstiftung hat jeden Preis auf 12 Millionen schwedische Kronen angehoben, rund 1,21 Millionen Dollar, eine Million Kronen mehr als 2025. Als Grund nennt sie das 125. Jubiläum der ersten Nobelpreise von 1901. Wird ein Preis geteilt, und das sind die naturwissenschaftlichen inzwischen meistens, teilen sich die Preisträger diese Summe, bei maximal drei Namen pro Preis.

Vier verschiedene Gremien treffen die Auswahl, was den gestaffelten Wochenablauf erklärt. Medizin liegt bei der Nobelversammlung am Karolinska-Institut, Physik, Chemie und Wirtschaft bei der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften, Literatur bei der Schwedischen Akademie und der Frieden beim Norwegischen Nobelkomitee, das vom norwegischen Parlament bestellt wird und in Oslo tagt. Diese letzte Regelung stammt direkt aus Alfred Nobels Testament, und deshalb behält der Friedenspreis seine eigene Stadt, seine eigene Zeremonie und sein eigenes politisches Wetter.

Spekulationen über die Preisträger waren unvermeidlich und, wie meist, fast wertlos. Die Nominierungen sind vertraulich und das Archiv bleibt 50 Jahre verschlossen; das norwegische Komitee gab nur die Zahl heraus, 287 Nominierungen, 208 Personen und 79 Organisationen, bevor es sich für Navi Pillay entschied. Überreicht werden die Preise am 10. Dezember, Nobels Todestag, im Konserthuset in Stockholm und im Rathaus von Oslo. Quellen: Nobelstiftung, NobelPrize.org, Nobel Peace Center, Norwegisches Nobelkomitee, AFP, TIME, Al Jazeera, CNN.

Häufige Fragen

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Medizin oder Physiologie (5. Oktober): Karl Deisseroth sowie die Deutschen Peter Hegemann und Georg Nagel, für lichtgesteuerte Ionenkanäle und die Optogenetik. Physik (6. Oktober): Francis Halzen, für das Neutrino-Observatorium IceCube und die Entdeckung hochenergetischer Neutrinos aus dem tiefen All. Chemie (7. Oktober): Henri B. Kagan und Kenso Soai, für nichtlineare Effekte und Autokatalyse in der asymmetrischen organischen Synthese. Literatur (8. Oktober): die kanadische Dichterin Anne Carson. Frieden (9. Oktober): die südafrikanische Juristin Navi Pillay. Wirtschaftswissenschaften: noch nicht bekannt gegeben, erwartet am Montag, dem 12. Oktober. Bisher also 8 Preisträger in fünf Kategorien. Quellen: NobelPrize.org, Norwegisches Nobelkomitee.

Navanethem "Navi" Pillay, südafrikanische Juristin, "für ihre Bemühungen um Frieden und Völkerrecht". Das Norwegische Nobelkomitee gab die Entscheidung am Freitag, dem 9. Oktober in Oslo bekannt. Pillay war Präsidentin des Internationalen Strafgerichtshofs für Ruanda, Richterin am Internationalen Strafgerichtshof und von 2008 bis 2014 UN-Hochkommissarin für Menschenrechte. Quellen: Norwegisches Nobelkomitee, NobelPrize.org, Al Jazeera.

Anne Carson, kanadische Dichterin, geboren in Toronto, 76 Jahre alt, die auch die isländische Staatsbürgerschaft besitzt. Die Schwedische Akademie zeichnete sie am Donnerstag, dem 8. Oktober aus, "für ihr kühnes und erfindungsreiches Werk, das im spielerischen Dialog mit der klassischen Tradition neue Formen für die Gegenwartsliteratur geschaffen hat". Bekannt ist sie für Langgedichte in Buchlänge, The Beauty of the Husband und eine 2021 erschienene Fassung der Troerinnen des Euripides. Vom isländischen Sender RUV nach ihrer Reaktion gefragt, sagte sie: "Crazy. I think they're all crazy..." ("Verrückt. Ich glaube, die sind alle verrückt..."). Quellen: NobelPrize.org, CNN.

Francis Halzen, ein in Belgien geborener Physiker an der University of Wisconsin-Madison, als alleiniger Preisträger, bekannt gegeben am Dienstag, dem 6. Oktober. Ausgezeichnet wird seine grundlegende Arbeit für das Neutrino-Observatorium IceCube am Südpol und die Entdeckung hochenergetischer Neutrinos aus dem tiefen All, die laut Komitee "den Weg für eine neue Art der Astronomie geebnet" hat. Als alleiniger Preisträger muss er die 12 Millionen Kronen nicht teilen. Quellen: NobelPrize.org, TIME.

Henri B. Kagan von der Université Paris-Sud in Orsay (Frankreich) und Kenso Soai von der Tokyo University of Science, bekannt gegeben am Mittwoch, dem 7. Oktober, für die Entdeckung nichtlinearer Effekte und der Autokatalyse in der asymmetrischen organischen Synthese. Laut Komitee lösten sie "ein chemisches Rätsel, das über ein Jahrhundert alt ist". Kagan ist Franzose, Soai Japaner. Quellen: NobelPrize.org, TIME.

Karl Deisseroth (Stanford University), Peter Hegemann (Humboldt-Universität zu Berlin) und Georg Nagel (Universität Würzburg), bekannt gegeben am Montag, dem 5. Oktober, "für Entdeckungen zu lichtgesteuerten Ionenkanälen und zur Optogenetik". Ihre Arbeit legte den Grundstein der Optogenetik, die eine neue Ära in den Neurowissenschaften eröffnete. Hegemann und Nagel sind Deutsche, Deisseroth ist Amerikaner. Damit gehen 2026 zwei Nobelpreis-Anteile an Forscher deutscher Universitäten. Quellen: NobelPrize.org, Karolinska-Institut.

Am Montag, dem 12. Oktober 2026, frühestens um 11:45 Uhr MESZ, in Stockholm durch die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften. Es ist die letzte Bekanntgabe der Woche und der einzige Preis 2026, der noch aussteht. Die Uhrzeit ist ein frühestmöglicher Termin, eine kleine Verzögerung ist normal. Quelle: NobelPrize.org.

287 Nominierungen: 208 Personen und 79 Organisationen. Das Norwegische Nobelkomitee veröffentlicht diese Zahl, aber nie die Namen, die 50 Jahre lang unter Verschluss bleiben. Der Preis ging an Navi Pillay. Quellen: Norwegisches Nobelkomitee, Nobel Peace Center.

Fünf der sechs Preise wurden von Montag, dem 5., bis Freitag, dem 9. Oktober 2026 bekannt gegeben, eine Kategorie nach der anderen, jeweils live über die offiziellen Kanäle der Nobelstiftung. Der Wirtschaftspreis schließt die Reihe am Montag, dem 12. Oktober ab. Medizin hat die Woche eröffnet. Quellen: Nobelstiftung, Nobel Peace Center.

Medizin oder Physiologie: Montag, 5. Oktober, frühestens 11:30 Uhr. Physik: Dienstag, 6. Oktober, frühestens 11:45 Uhr. Chemie: Mittwoch, 7. Oktober, frühestens 11:45 Uhr. Literatur: Donnerstag, 8. Oktober, frühestens 13:00 Uhr. Frieden: Freitag, 9. Oktober, 11:00 Uhr. Wirtschaftswissenschaften: Montag, 12. Oktober, frühestens 11:45 Uhr. Alle Zeiten MESZ. Nur beim Friedensnobelpreis steht die Uhrzeit fest, alle anderen sind frühestmögliche Termine, weil die Beratungen so lange dauern, wie sie eben dauern. Die ersten fünf Preise sind inzwischen vergeben. Quellen: Nobelstiftung, Nobel Peace Center.

Er wurde am Freitag, dem 9. Oktober 2026 um 11:00 Uhr MESZ im Norwegischen Nobelinstitut in Oslo verkündet und ging an Navi Pillay. Er ist der einzige der sechs Preise, der außerhalb Schwedens verkündet wird, und der einzige, dessen Uhrzeit ohne den Zusatz "frühestens" auskommt. Quellen: Nobel Peace Center, Nobelstiftung.

12 Millionen schwedische Kronen je Preis, umgerechnet etwa 1,21 Millionen Dollar. Das ist eine Million Kronen mehr als 2025, eine Erhöhung, die die Nobelstiftung mit dem 125. Jubiläum der ersten Preise begründet hat. Stiftungsdirektorin Hanna Stjärne bezeichnete sie als Jubiläumsgeste. Wird ein Preis geteilt, teilen sich die Preisträger diese Summe. Quellen: Nobelstiftung, AFP.

Medizin: Mary E. Brunkow, Fred Ramsdell und Shimon Sakaguchi. Physik: John Clarke, Michel H. Devoret und John M. Martinis. Chemie: Susumu Kitagawa, Richard Robson und Omar M. Yaghi. Literatur: der Ungar László Krasznahorkai. Frieden: María Corina Machado, venezolanische Oppositionsführerin. Wirtschaftswissenschaften: Joel Mokyr, Philippe Aghion und Peter Howitt. Insgesamt vierzehn Preisträger. Quellen: NobelPrize.org, TIME.

Auf nobelprize.org und den offiziellen digitalen Kanälen des Nobelpreises, kostenlos und ohne Anmeldung. Jede Bekanntgabe ist eine kurze Pressekonferenz, in der die zuständige Akademie die Begründung vorliest, in der Regel auf Schwedisch und dann auf Englisch, und Fragen beantwortet. Der Friedenspreis wird aus Oslo übertragen. Quelle: Nobelstiftung.

Vier verschiedene Gremien, weshalb sich die Bekanntgaben über eine Woche verteilen. Die Nobelversammlung am Karolinska-Institut entscheidet über Medizin. Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften entscheidet über Physik, Chemie und den Wirtschaftspreis. Die Schwedische Akademie entscheidet über Literatur. Das Norwegische Nobelkomitee, bestellt vom norwegischen Parlament, entscheidet über den Friedenspreis. Quelle: Nobelstiftung.

Am Donnerstag, dem 10. Dezember 2026, dem Todestag von Alfred Nobel. Fünf Preise werden im Konserthuset in Stockholm vom schwedischen König überreicht, anschließend folgt das Bankett im Rathaus. Der Friedensnobelpreis wird am selben Tag im Rathaus von Oslo verliehen. Quelle: Nobelstiftung.

Sechs. Fünf gehen auf Alfred Nobels Testament von 1895 zurück, Physik, Chemie, Medizin oder Physiologie, Literatur und Frieden, der sechste ist der 1968 gestiftete Wirtschaftspreis. Nicht jeder Preis wird jedes Jahr vergeben: Er kann einbehalten werden, wenn kein Kandidat die Anforderungen erfüllt, was Dutzende Male vorgekommen ist, vor allem in Kriegszeiten. Quelle: Nobelstiftung.

Streng genommen nicht. Sein offizieller Name lautet Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel, finanziert von der schwedischen Zentralbank und erstmals 1969 vergeben. Im Testament Nobels kommt er nicht vor. Verwaltet wird er von der Nobelstiftung, bekannt gegeben in derselben Woche, dotiert mit derselben Summe und überreicht bei derselben Zeremonie, weshalb ihn fast alle trotzdem Nobelpreis nennen. Quelle: Nobelstiftung.

Nein, seit 1974 nicht mehr, als die Statuten geändert wurden. Die einzige vorgesehene Ausnahme ist ein Preisträger, der zwischen der Bekanntgabe im Oktober und der Verleihung im Dezember stirbt, was schon vorgekommen ist. Vor 1974 waren posthume Auszeichnungen möglich und wurden zweimal vergeben. Quelle: Nobelstiftung.

Höchstens drei, und ein Preis darf höchstens zwei verschiedene Arbeiten würdigen. Diese Obergrenze sorgt in Physik und Medizin für wiederkehrenden Streit, weil moderne Entdeckungen oft aus Kooperationen von Dutzenden oder Hunderten Forschenden hervorgehen. Der Medizinpreis 2026 schöpft diese Dreiergrenze aus. Der Friedenspreis ist die Ausnahme: Er kann an eine Organisation statt an Personen gehen. Quelle: Nobelstiftung.

Die Namen sind geheim, und das ist Absicht. Das Norwegische Nobelkomitee veröffentlicht nur die Zahl der gültigen Nominierungen, niemals die Namen, und das Nominierungsarchiv bleibt 50 Jahre lang verschlossen. Für 2026 waren es 287 Nominierungen: 208 Personen und 79 Organisationen. Wer behauptete, die Liste zu kennen, war entweder ein Vorschlagsberechtigter, der über die eigene Einreichung sprach, was erlaubt ist, oder er riet. Der Preis ging schließlich am 9. Oktober an Navi Pillay. Quellen: Nobel Peace Center, Norwegisches Nobelkomitee, Nobelstiftung.

Nur qualifizierte Vorschlagsberechtigte, die von der verleihenden Institution eingeladen werden: frühere Preisträger, Mitglieder der zuständigen Akademien, Professorinnen und Professoren des Fachs und beim Friedenspreis zusätzlich Abgeordnete und Regierungsmitglieder sowie bestimmte internationale Richter. Sich selbst vorschlagen ist nicht möglich, und eine Nominierung bedeutet keinerlei Zustimmung des Komitees. Quelle: Nobelstiftung.

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