Die G7 und die G20
G7 und G20 sind die beiden mächtigsten informellen Klubs der Welt, ohne Vertrag und ohne ständiges Sekretariat. Der 52. G7-Gipfel fand vom 15. bis 17. Juni 2026 im französischen Évian-les-Bains statt und brachte neun Erklärungen hervor, danach ging die G7-Präsidentschaft für 2027 an die USA. Die USA führen 2026 zugleich die G20-Präsidentschaft, die sie am 1. Dezember 2025 übernommen haben: Der Gipfel der Staats- und Regierungschefs ist für den 14. und 15. Dezember 2026 im Trump National Doral in Miami angesetzt, davor treffen sich die Außenminister am 30. und 31. Oktober in Atlanta. Quellen: Élysée, G20 Miami 2026, US-Außenministerium, G7 Research Group.
Der Kontext
G7 und G20 stehen regelmäßig im Fokus, wenn Weltwirtschaft, Geopolitik oder globale Krisen auf die Tagesordnung drängen. Beide Formate sind keine klassischen internationalen Organisationen mit fester Satzung oder permanentem Sekretariat – sondern informelle Gipfelforen, die jedes Jahr zusammenkommen und gemeinsame Positionen erarbeiten oder zumindest versuchen.
Die G7 vereint sieben große demokratisch-westlich geprägte Volkswirtschaften: Deutschland, Kanada, die USA, Frankreich, Italien, Japan und das Vereinigte Königreich – plus die Europäische Union. Der Kreis ist kleiner und homogener; politische Abstimmung unter gleichgesinnten Demokratien ist das Kerngeschäft.
Die G20 ist der breitere Rahmen: 19 Einzelstaaten, die EU und seit 2023 auch die Afrikanische Union – insgesamt 21 Mitglieder. Hier sitzen neben den westlichen Demokratien auch China, Russland, Indien, Brasilien, Saudi-Arabien und weitere große Schwellenländer am Tisch. Das macht Einigkeit schwieriger, aber den Rahmen repräsentativer für die tatsächliche Weltwirtschaft.
Weder G7 noch G20 können Beschlüsse rechtsverbindlich durchsetzen. Was die Runden produzieren, sind Kommuniqués, Zusagen und politischer Druck – keine Gesetze. Ihre Wirkung hängt davon ab, ob die Mitglieder zuhause liefern, was sie am Gipfeltisch versprechen.
52. G7-Gipfel, Évian-les-Bains (15.–17. Juni 2026): Der von Macron ausgerichtete Gipfel startete parallel zur Unterzeichnung des US-Iran-MOU durch Trump und Vance. Der Friedensdeal und die geplante Wiedereröffnung der Straße von Hormus dominierten die Agenda. Ebenfalls im Mittelpunkt standen die Ukraine (Selenskyj nahm an einer Arbeitssitzung teil), der Wettbewerb mit China um kritische Rohstoffe sowie KI-Governance. Frankreich brach mit dem üblichen Gästeformat und band Indien, Kenia, Südkorea, Brasilien und Ägypten in die gesamten Beratungen ein statt nur in eine Sitzung. Der Gipfel endete mit neun Erklärungen, einem bekräftigten Bekenntnis zur Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine und der Übergabe der Präsidentschaft an die USA für 2027.
G20 2026: die USA im Vorsitz. Washington übernahm die rotierende G20-Präsidentschaft am 1. Dezember 2025 und nennt als Schwerpunkte weniger Regulierungslast, verlässliche und bezahlbare Energie sowie neue Technologien. Die Ministerebene läuft durch den Herbst, mit Außenminister Marco Rubio als Gastgeber der G20-Außenminister in Atlanta am 30. und 31. Oktober 2026. Der Gipfel der Staats- und Regierungschefs findet am 14. und 15. Dezember 2026 im Trump National Doral in Miami statt, der erste von den USA ausgerichtete G20-Gipfel seit Pittsburgh 2009, und er fällt in das Jahr des 250. Staatsjubiläums. Da die G7-Präsidentschaft anschließend für 2027 ebenfalls an Washington geht, sitzen die USA beiden Tischen unmittelbar nacheinander vor. Quellen: Élysée, G20 Miami 2026, US-Außenministerium, G7 Research Group.