Die G7 und die G20
G7 und G20 – zwei Machtzirkel ohne Vertrag, aber mit globalem Gewicht. Der 52. G7-Gipfel findet gerade in Évian-les-Bains statt (15.–17. Juni 2026), dominiert vom US-Iran-Friedensdeal und dem Ukrainekrieg, mit Trump, Macron und allen G7-Partnern am Tisch.
Der Kontext
G7 und G20 stehen regelmäßig im Fokus, wenn Weltwirtschaft, Geopolitik oder globale Krisen auf die Tagesordnung drängen. Beide Formate sind keine klassischen internationalen Organisationen mit fester Satzung oder permanentem Sekretariat – sondern informelle Gipfelforen, die jedes Jahr zusammenkommen und gemeinsame Positionen erarbeiten oder zumindest versuchen.
Die G7 vereint sieben große demokratisch-westlich geprägte Volkswirtschaften: Deutschland, Kanada, die USA, Frankreich, Italien, Japan und das Vereinigte Königreich – plus die Europäische Union. Der Kreis ist kleiner und homogener; politische Abstimmung unter gleichgesinnten Demokratien ist das Kerngeschäft.
Die G20 ist der breitere Rahmen: 19 Einzelstaaten, die EU und seit 2023 auch die Afrikanische Union – insgesamt 21 Mitglieder. Hier sitzen neben den westlichen Demokratien auch China, Russland, Indien, Brasilien, Saudi-Arabien und weitere große Schwellenländer am Tisch. Das macht Einigkeit schwieriger, aber den Rahmen repräsentativer für die tatsächliche Weltwirtschaft.
Weder G7 noch G20 können Beschlüsse rechtsverbindlich durchsetzen. Was die Runden produzieren, sind Kommuniqués, Zusagen und politischer Druck – keine Gesetze. Ihre Wirkung hängt davon ab, ob die Mitglieder zuhause liefern, was sie am Gipfeltisch versprechen.
52. G7-Gipfel, Évian-les-Bains (15.–17. Juni 2026): Der von Macron ausgerichtete Gipfel startete parallel zur Unterzeichnung des US-Iran-MOU durch Trump und Vance. Der Friedensdeal und die geplante Wiedereröffnung der Straße von Hormus dominieren die Agenda. Ebenfalls im Mittelpunkt: die Ukraine (Selenskyj nimmt an einer Arbeitssitzung teil), der Wettbewerb mit China um kritische Rohstoffe sowie KI-Governance. Unter den Gastländern: Indiens Premierminister Modi, Golfstaaten-Vertreter aus VAE, Katar und Ägypten sowie Südkoreas Präsident Yoon. Trump steht unter europäischem Druck wegen angedrohter 100-Prozent-Zölle auf Wein aus Frankreich.