Zeitumstellung 2026: wann die Uhr zurückgestellt wird
In Deutschland und der gesamten EU endet die Sommerzeit am Sonntag, dem 25. Oktober 2026: Um 3:00 Uhr wird es 2:00 Uhr, eine Stunde mehr Schlaf. Die USA und Kanada stellen erst am Sonntag, dem 1. November um, sodass der Abstand zwischen Berlin und New York eine Woche lang fünf statt sechs Stunden beträgt. Beide Seiten wollen aufhören: Das US-Repräsentantenhaus verabschiedete den Sunshine Protection Act am 14. Juli 2026 mit 308 zu 117 Stimmen, und der EU-Vorschlag von 2018 hängt seit sieben Jahren im Rat fest. Quellen: timeanddate, Congress.gov, Europäische Kommission, Rat der EU.
Der Kontext
Die Uhren gehen 2026 zweimal zurück, an zwei verschiedenen Terminen, und genau dieser Abstand bringt die Leute durcheinander. Deutschland und die EU stellen am Sonntag, dem 25. Oktober um. Die USA und Kanada stellen eine Woche später um, am Sonntag, dem 1. November. Beide gehen eine Stunde zurück. Beide schenken die Stunde Schlaf. Nur eben nicht am selben Wochenende, und in den sieben Tagen dazwischen schrumpft der übliche Abstand zwischen Europa und Nordamerika um eine Stunde: Berlin und New York liegen dann fünf statt sechs Stunden auseinander.
Praktisch heißt das: In Deutschland passiert es in der Nacht von Samstag, dem 24., auf Sonntag, den 25. Oktober, um 3:00 Uhr wird es 2:00 Uhr. Die Nacht dauert 25 Stunden, die Sonne geht schon an diesem Sonntag eine Stunde früher unter, und die nächste Bewegung ist der Beginn der Sommerzeit am Sonntag, dem 28. März 2027, wenn aus 2:00 Uhr 3:00 Uhr wird. In den USA ist das bereits am 14. März 2027, zwei Wochen früher.
Besonders an 2026 ist, dass beide Seiten des Atlantiks gerade ernsthaft aufhören wollen. In den USA verabschiedete das Repräsentantenhaus am 14. Juli 2026 den Sunshine Protection Act mit 308 zu 117 Stimmen, eine Mehrheit, die bequem über Parteigrenzen reicht. Das Gesetz würde die Sommerzeit landesweit dauerhaft machen, mit einer Ausstiegsmöglichkeit für Bundesstaaten, die lieber Normalzeit hätten. Am 15. Juli ging es in den Senat und wurde an den Handelsausschuss überwiesen, wo es seither liegt. Präsident Trump unterstützt es öffentlich, mit dem Argument, die zweimalige Umstellung koste Haushalte, Städte und Bundesstaaten Geld, ohne etwas zurückzugeben. Bis der Senat abstimmt und unterzeichnet wird, ändert sich nichts, die Umstellung am 1. November findet also statt.
Europa ist länger dran und weniger weit gekommen. Die Kommission schlug 2018 das Ende der saisonalen Umstellung vor, das Parlament stimmte im März 2019 zu mit Zielmarke 2021, und der Rat hat nie eine Position beschlossen. Blockiert hat nie das Prinzip, sondern die Wahl: dauerhafte Sommerzeit oder dauerhafte Winterzeit, und wie man verhindert, dass Nachbarländer unterschiedlich entscheiden und den Binnenmarkt in einen Flickenteppich von Zeitzonen zerlegen. Corona und der Krieg in der Ukraine nahmen das Dossier vollends von der Tagesordnung. Die Kommission hat den Text inzwischen für den Rückzug in ihrem Omnibus-Vereinfachungspaket vorgemerkt, erklärte im März 2026 aber, ein Ende der Umstellung bleibe möglich und eine begleitende Studie komme bis Jahresende.
Es lohnt sich zu erinnern, wie jung und wie eng verbreitet die Praxis ist. Eingeführt wurde sie als Brennstoff-Sparmaßnahme im Krieg, zuerst von Deutschland und Österreich-Ungarn im April 1916, und ihr Energienutzen ist seit fast ebenso langer Zeit bestritten. Der Großteil der Welt verzichtet darauf: Japan, China, Indien, Russland, die Türkei und fast ganz Afrika, Südasien und der Nahe Osten lassen ihre Uhren stehen, und Länder nahe dem Äquator haben nichts davon, weil die Tageslänge sich kaum bewegt. Innerhalb der USA haben sich Hawaii und fast ganz Arizona längst ausgenommen. Quellen: timeanddate, Forbes, Congress.gov, The Hill, NBC News, Rat der EU, Europäisches Parlament.