IG Metall Tarifrunde 2026: Forderung, Angebot der Arbeitgeber und Warnstreiks ab 1. November
In der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie 2026 fordert die IG Metall 5 Prozent mehr Geld für zwölf Monate. Am 27. Oktober boten die Arbeitgeber erstmals an: eine Einmalzahlung von 1 Prozent im Juli 2027, nur für ausreichend profitable Betriebe, und 1,3 Prozent mehr ab Juli 2028, bei 26 Monaten Laufzeit. Die IG Metall lehnt ab. Die Friedenspflicht endet am 31. Oktober um 24 Uhr, ab 1. November sind Warnstreiks möglich. Betroffen sind mehr als 3,7 Millionen Beschäftigte. Quellen: IG Metall, dpa, Handelsblatt, Stuttgarter Zeitung.
Der Kontext
Stand: 28. Oktober 2026. Die Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie geht in die heiße Phase. Am 27. Oktober haben die Arbeitgeber in fünf Tarifgebieten ihr erstes Angebot vorgelegt: eine Einmalzahlung von 1 Prozent des Jahresbruttos im Juli 2027, nur für Betriebe mit ausreichender Rendite, und eine dauerhafte Erhöhung von 1,3 Prozent erst ab Juli 2028, bei einer Laufzeit von 26 Monaten bis Ende 2028. Die IG Metall hat das Angebot umgehend zurückgewiesen. NRW-Bezirksleiter Knut Giesler nannte es „zu spät, zu niedrig“, in Niedersachsen war von einer „massiven Minusrunde“ die Rede.
Die Forderung der Gewerkschaft liegt weit davon entfernt: 5 Prozent mehr Geld für zwölf Monate, mit besonderem Gewicht auf den unteren Entgeltgruppen, ein Tarifvertrag zur Sicherung von Standorten und Beschäftigung und eine neue Gewinnbeteiligung für Betriebe, denen es gut geht. Beschlossen wurde das Paket am 22. und 23. September, die regionalen Verhandlungen begannen am 7. Oktober in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Es geht um mehr als 3,7 Millionen Beschäftigte, die größte Tarifrunde des Jahres in Deutschland.
Der Kalender ist entscheidend. Die Entgelttarifverträge laufen am 31. Oktober aus, um 24 Uhr endet die Friedenspflicht. Ab dem 1. November darf die IG Metall zu Warnstreiks aufrufen, und sie hat angekündigt, das zu tun. Die nächste Verhandlungsrunde ist für die zweite Novemberwoche vorgesehen; bis dahin dürften Warnstreiks den Druck erhöhen.
Hinter dem Streit steht eine schwierige Lage: Die Arbeitgeber verweisen auf sinkende Produktion, Stellenabbau und die schwache Wettbewerbsfähigkeit, die Branche steckt laut dpa im dritten Rezessionsjahr. Die Gewerkschaft hält mit eigenen Befragungen dagegen, nach denen viele Betriebe gut ausgelastet sind, vor allem in Luft- und Raumfahrt, Rüstung, Schiffbau und Energie, während die Autoindustrie kriselt. Volkswagen verhandelt getrennt, im eigenen Haustarif. Quellen: IG Metall, dpa, Handelsblatt, Stuttgarter Zeitung, DGB, produktion.de.