Was ist ein Monsun
Ein Monsun ist eine jahreszeitliche Umkehr der vorherrschenden Winde, die einer Region eine Regenzeit und eine Trockenzeit bringt, weil sich das Land schneller erwärmt und abkühlt als der Ozean. Am bekanntesten ist der südasiatische Sommermonsun (Juni bis September), der den Großteil des Jahresniederschlags Indiens bringt, doch Monsunsysteme gibt es auch in Ostasien, Westafrika, Australien und im Südwesten der USA. Quellen: NOAA, Britannica, IMD.
Der Kontext
Was ist ein Monsun?
Ein Monsun ist eine jahreszeitliche Umkehr der vorherrschenden Winde, die einer Region eine deutliche Regenzeit und eine Trockenzeit gibt. Das Schlüsselwort ist jahreszeitlich: Ein Monsun ist kein einzelner Sturm, sondern ein Windmuster, das das Wetter einer ganzen Region über Monate prägt. Der Begriff stammt vom arabischen mawsim, der Jahreszeit, eine Erinnerung an die Seeleute, die ihn nach der zuverlässigen Winddrehung benannten, lange bevor jemand die Physik dahinter erklärte.
Der Antrieb eines Monsuns ist der Unterschied zwischen Land und Meer. Land erwärmt sich und kühlt sich viel schneller ab als der Ozean. Im Sommer wird der Kontinent deutlich wärmer als das umgebende Meer und bildet ein Tiefdruckgebiet, das kühle, feuchte Luft vom Ozean heranzieht. Steigt diese Luft über dem warmen Land auf, kühlt sie ab und gibt ihr Wasser als starken Regen ab, der nasse Monsun. Im Winter kehrt sich der Vorgang um: Das Land kühlt schneller ab als das Meer, die Winde wehen zurück zum Ozean, und die Region tritt in ihre Trockenzeit ein.
Der bekannteste Monsun ist der südasiatische Sommermonsun, der Anfang Juni den Süden Indiens erreicht und den Großteil des Jahresniederschlags über Indien, Pakistan, Bangladesch und ihren Nachbarn ablädt, bevor er sich Ende September zurückzieht. Doch er ist bei Weitem nicht der einzige. Es gibt einen westafrikanischen Monsun, einen ostasiatischen Monsun, einen australischen Monsun und einen nordamerikanischen Monsun, der die Sommergewitter nach Arizona und New Mexico bringt. Alle folgen demselben Prinzip einer Windumkehr zwischen Land und Meer.
Der Monsun ist von enormer Bedeutung. Für Milliarden Menschen ist er die wichtigste Süßwasserquelle und die Grundlage von Landwirtschaft, Trinkwasser und Wasserkraft. Ein kräftiger, gut getakteter Monsun bedeutet gute Ernten; ein schwacher oder verspäteter Dürre und Not. Doch dieselben Regenfälle, die Stauseen füllen, können, wenn sie zu heftig und zu schnell fallen, Überschwemmungen und Erdrutsche auslösen. Diese Doppelnatur, lebensspendend und gefährlich, erklärt, warum der Monsun eines der am genauesten beobachteten Merkmale des Weltklimas ist. Quellen: NOAA, Britannica, IMD, National Weather Service.
Häufige Fragen
Wahr oder falsch?
Nein, es ist ein jahreszeitliches Windsystem, das Wochen oder Monate Regen bringt, kein einzelner Sturm. (NOAA)
Nein, Monsunsysteme gibt es auch in Ostasien, Westafrika, Australien und im Südwesten der USA. (NOAA, Britannica)
Er bezeichnet die jahreszeitliche Umkehr der Winde, mit einer nassen und einer trockenen Phase. (Britannica)
Ja, rund 70 bis 80 Prozent des Jahresniederschlags Indiens fallen im Monsun von Juni bis September. (IMD)
Ja, der nordamerikanische Monsun bringt Sommergewitter nach Arizona und New Mexico. (NOAA, National Weather Service)
Grundsätzlich ja, eine wärmere Atmosphäre speichert mehr Feuchtigkeit, und Studien verbinden die Erwärmung mit stärkerem, variablerem Monsunregen. (IPCC)