Straßenrad-WM 2026: Termine, Strecke und Favoriten in Montreal
Die 99. Straßenrad-Weltmeisterschaften finden vom 20. bis 27. September 2026 in Montreal statt, 52 Jahre nach dem letzten Mal. Dreizehn Wettbewerbe: sieben Zeitfahren vom 20. bis 22. September und sechs Straßenrennen vom 24. bis 27., alle mit Ziel auf der Avenue du Parc am Fuß des Mont Royal. Die Elite-Männer fahren am 27. September 273,4 km, die Elite-Frauen am 26. September 180,1 km. Tadej Pogacar, zweifacher Titelverteidiger, fällt nach seinem Vuelta-Sturz für die Saison aus, das Regenbogentrikot ist offen. Quellen: UCI, Cyclingnews, Tourisme Montréal, Velo.
Der Kontext
Rad-WM 2026: Montreal holt sich die WM nach 52 Jahren zurück
Montreal hat die Straßenrad-WM schon einmal ausgerichtet, 1974, und das war keine Fußnote: Es war das erste Mal, dass die Weltmeisterschaften Europa verließen. Zweiundfünfzig Jahre später kehren sie an denselben Berg zurück, vom 20. bis 27. September 2026, zur 99. Auflage. Kanada war zwischendurch Gastgeber, 2003 in Hamilton, aber Geschichte und Anstieg hat Montreal.
Der Aufbau der Woche ist übersichtlich. Sieben Zeitfahren vom 20. bis 22. September, ein Ruhetag, dann sechs Straßenrennen vom 24. bis 27. Dreizehn Wettbewerbe insgesamt, und jeder einzelne endet an derselben Stelle: auf der Avenue du Parc am Fuß des Mont Royal. Das ist ungewöhnlich. WM-Organisatoren verteilen Starts und Ziele sonst über die Region; Montreal hat das gesamte Programm um eine einzige Zielgerade herum gebaut, was die Veranstaltung für Zuschauer so lesbar macht wie selten.
Gefahren wird auf einem 13,4 km langen Rundkurs um den Berg. Die Voie Camillien-Houde misst 2,3 km bei 6,2 Prozent im Schnitt, am Chemin de la Polytechnique steht eine Rampe über 11 Prozent. Für sich genommen schreckt davon keinen Profi etwas. Die Elite-Männer fahren das zwölfmal, innerhalb eines Tages über 273,4 km und rund 3.803 Höhenmeter, mit Start in Brossard am Südufer und acht Gemeinden der Montérégie, bevor der Rundkurs überhaupt beginnt. Die Elite-Frauen fahren am 26. September 180,1 km vom selben Start, über acht Runden.
Womit niemand gerechnet hatte, ist die Lücke oben in der Startliste der Männer. Tadej Pogacar gewann das Straßenrennen 2024 in Zürich und 2025 in Kigali, und der ausgewogene Kurs in Montreal sah nach einem dritten Titel aus. Dann stürzte er auf der 8. Etappe der Vuelta a España 2026: Schlüsselbeinbruch, Halswirbelbruch, Gehirnerschütterung, Operation, Saisonende. Das Regenbogentrikot ist zum ersten Mal seit drei Jahren wirklich offen. Remco Evenepoel wird nach seinem zweiten Platz bei der Tour am häufigsten genannt, Wout van Aert findet zurück in Form, und Mathieu van der Poel passt so gut auf das Profil wie irgendwer. Dass Belgien gleich zwei Favoriten stellt, ist eher ein taktisches Problem als ein Vorteil.
Die bessere Geschichte steht im Frauenrennen. Titelverteidigerin ist Magdeleine Vallieres, die 2025 in Kigali mit einem späten Angriff gewann, und sie ist Kanadierin. Ein Regenbogentrikot, das zu Hause verteidigt wird, auf einem Kurs, den die Fahrerinnen aus Quebec vom Grand Prix Cycliste de Montréal jeden September kennen, ist eine Konstellation, die es selten gibt. Der Männertitel bleibt auf dem Papier die größere Trophäe. Lauter wird Montreal am Samstag.
Häufige Fragen
Wahr oder falsch?
Er stürzte auf der 8. Vuelta-Etappe, wurde an Schlüsselbein und Halswirbel operiert, seine Saison ist beendet. (Velo, Cyclingnews)
Doch, 1974, als erste Austragung außerhalb Europas überhaupt. Die Rückkehr hat 52 Jahre gedauert. (UCI, Wikipedia)
Magdeleine Vallieres gewann 2025 in Kigali und verteidigt den Titel zu Hause. (UCI, FloBikes)
273,4 km mit rund 3.803 Höhenmetern, am 27. September. (UCI, Cyclingnews)
Sie starten in Brossard am Südufer jenseits des Flusses und erreichen den Mont-Royal-Kurs erst später. (Tourisme Montréal, Cyclingnews)
Alle 13 Rennen finishen auf der Avenue du Parc am Fuß des Mont Royal. (Tourisme Montréal)
Er wird seit Pogacars Absage am häufigsten genannt, aber Van Aert und Van der Poel stehen in derselben Diskussion und gefahren ist noch nichts. (Velo, Cyclingnews)