Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026: Termin, Umfragen, Kandidaten
Sachsen-Anhalt wählt am Sonntag, 6. September 2026, den neunten Landtag. Gewählt wird mit zwei Stimmen in 41 Wahlkreisen, es gilt die Fünfprozenthürde. Amtierender Ministerpräsident ist Sven Schulze (CDU), der im Januar 2026 auf Reiner Haseloff folgte. Die Umfragen sehen die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund bei 41 bis 43 Prozent vor der CDU mit 23 bis 26 Prozent. Zwei Wochen später, am 20. September, wählt Mecklenburg-Vorpommern. Quellen: Landtag Sachsen-Anhalt, pollytix, INSA, Wikipedia.
Der Kontext
Sachsen-Anhalt wählt am Sonntag, 6. September 2026, seinen neunten Landtag. Formal ist es eine Landtagswahl wie jede andere: zwei Stimmen, 41 Wahlkreise, Fünfprozenthürde, Sitzverteilung nach Hare/Niemeyer, mindestens 83 Sitze. Politisch steht sie unter besonderer Beobachtung, weil die Umfragen ein Ergebnis nahelegen, das es in dieser Deutlichkeit in einem Bundesland noch nicht gegeben hat.
Amtierender Ministerpräsident ist Sven Schulze (CDU), seit Januar 2026 im Amt. Er übernahm es vorzeitig von Reiner Haseloff, der das Land seit 2011 regiert und bereits im August 2025 erklärt hatte, nicht noch einmal als Spitzenkandidat anzutreten. Schulze führt die CDU nun selbst in die Wahl, mit dem Ergebnis von 2021 im Rücken, als die Union noch 37,1 Prozent holte.
Die aktuellen Zahlen sehen anders aus. Die pollytix-Umfrage vom 12. August 2026 verortet die AfD bei 43 Prozent, die CDU bei 23, die Linke bei 13, die SPD bei 7, die Grünen bei 5, das BSW bei 4 und die FDP bei 2 Prozent. Eine INSA-Erhebung zwei Tage zuvor kam auf 42 Prozent für die AfD. Spitzenkandidat der Partei ist Fraktionschef Ulrich Siegmund. Umfragen sind Momentaufnahmen mit Fehlermargen, die Größenordnung ist über mehrere Institute hinweg aber stabil.
Damit rückt die Frage der Regierungsbildung in den Mittelpunkt. Die seit 2021 regierende Koalition aus CDU, SPD und FDP hätte nach heutigem Stand keine Mehrheit mehr. Für die AfD wiederum wäre eine Regierung nur mit absoluter Mehrheit oder einem Koalitionspartner möglich: Die CDU hat einen bundesweiten Unvereinbarkeitsbeschluss, der Koalitionen und vergleichbare Zusammenarbeit mit der AfD und mit der Linken ausschließt, und auch die übrigen Landtagsparteien haben eine Zusammenarbeit abgelehnt. Rechnerisch wie politisch ist der Abend des 6. September damit offen.
Zum Kontext gehört auch die Einordnung der Sicherheitsbehörden: Das Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt stuft den AfD-Landesverband seit dem 7. November 2023 als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein und verweist zur Begründung auf Bestrebungen gegen die Garantie der Menschenwürde und das Demokratieprinzip des Grundgesetzes. Die Partei weist diese Einordnung zurück. Zwei Wochen nach Sachsen-Anhalt folgt am 20. September die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Quellen: Landtag Sachsen-Anhalt, Statistisches Landesamt, pollytix, INSA, wahlrecht.de, Ministerium für Inneres und Sport Sachsen-Anhalt, correctiv.org.