Steuerhack Frankreich 2026: DGFiP-Datenleck erklärt
Frankreichs Steuerbehörde, die DGFiP (in etwa das französische Gegenstück zum deutschen Finanzamt), bestätigte am 13. August 2026 ein Datenleck: Ein Hacker mit dem Alias ZeroBytes gibt an, 678.438 Datenzeilen von Steuerpflichtigen (Name, Adresse, Telefonnummer, Referenzeinkommen, Quellensteuersatz) über eine bis Ende Juni zurückreichende Attacke erbeutet zu haben. Die DGFiP informiert die französische Datenschutzbehörde, erstattet Anzeige und warnt vor Phishing-Risiken. Quellen: französisches Wirtschaftsministerium, iPhoneSoft, KultureGeek.
Der Kontext
Frankreichs Steuerbehörde, die DGFiP (Direction générale des Finances publiques), in etwa das französische Gegenstück zum deutschen Finanzamt, bestätigte am 13. August 2026 ein Datenleck, einen Tag nachdem ein Hacker mit dem Alias ZeroBytes den Einbruch öffentlich in einem auf gestohlene Daten spezialisierten Forum behauptet hatte. Der Hacker gibt an, 678.438 Datenzeilen von Steuerpflichtigen erbeutet zu haben: Namen, Adressen, Telefonnummern, steuerliches Referenzeinkommen und Quellensteuersätze.
Laut dem französischen Wirtschaftsministerium reicht der eigentliche Einbruch bis Ende Juni 2026 zurück: Gestohlene interne Zugangsdaten sollen dem Hacker ermöglicht haben, mehrere Server zu infiltrieren, bevor er Zugang zu einem VPN erhielt, das interne DGFiP-Werkzeuge öffnete. Die wochenlange Lücke zwischen dem tatsächlichen Einbruch und seiner öffentlichen Entdeckung zeigt, wie schwer solche Angriffe zu erkennen sind, bevor sie öffentlich behauptet werden.
Es ist kein Einzelfall. Zwischen Januar und Februar 2026 ermöglichten bereits entwendete Mitarbeiter-Zugangsdaten einen betrügerischen Zugriff auf 1,2 Millionen Bankkonten über FICOBA, das französische nationale Bankkontenregister. Die DGFiP hat neue Zugangsbeschränkungen angekündigt, informiert die CNIL, Frankreichs Datenschutzbehörde, erstattet Strafanzeige und arbeitet mit der ANSSI, der nationalen Cybersicherheitsbehörde, zusammen, um das volle Ausmaß zu bestimmen. Betroffene Steuerpflichtige sollen individuelle Benachrichtigungen erhalten.
Das konkrete Risiko für Steuerpflichtige ist gezieltes Phishing: Echte Steuerdaten machen betrügerische Nachrichten, die sich als Steuerbehörde ausgeben, deutlich überzeugender. Die DGFiP betont, dass sie niemals per E-Mail, SMS oder Telefon nach Bankdaten, Passwörtern oder Kartencodes fragt. Quellen: französisches Wirtschaftsministerium, iPhoneSoft, KultureGeek, univers-simu.com, frenchbreaches.com.