Mario Adorf - Häufige Fragen
Mario Adorf war ein deutscher Schauspieler mit italienischen Wurzeln, bekannt als Alfred Matzerath in Die Blechtrommel und als Heinrich Haffenloher in Kir Royal; er starb am 8. April 2026 im Alter von 95 Jahren in Paris.
Mario Adorf: Leben und Karriere des Schauspielers
Mario Adorf wurde am 8. September 1930 in Zürich geboren und wuchs in Mayen in der Eifel auf. Seine Mutter stammte aus der Region, sein Vater war Italiener, eine Herkunft, die sich später in einer Karriere widerspiegelte, die sich nie auf den deutschen Sprachraum beschränkte. Nach der Schauspielausbildung gelang ihm 1957 mit einer Nebenrolle der Durchbruch: In Robert Siodmaks Nachts, wenn der Teufel kam verkörperte er den Serienmörder Bruno Lüdke, eine Rolle, die den damals 27-Jährigen schlagartig bekannt machte und ihm Angebote aus Italien und Frankreich einbrachte.
In den folgenden Jahrzehnten drehte Adorf parallel in mehreren Ländern. Er gehörte zur Besetzung der Winnetou-Filme der 1960er Jahre, wirkte in französischen und italienischen Kriminal- und Gesellschaftsfilmen mit und etablierte sich als einer der wenigen deutschen Schauspieler mit einer wirklich internationalen Karriere. In Deutschland festigte er seinen Ruf mit Rollen in Die verlorene Ehre der Katharina Blum und in Rainer Werner Fassbinders Lola, Filmen, die zum Kern des Neuen Deutschen Films zählten.
Seinen bekanntesten Kinoerfolg feierte er 1979 mit Volker Schlöndorffs Die Blechtrommel nach dem Roman von Günter Grass, in dem er den Familienvater Alfred Matzerath spielte. Der Film gewann in Cannes die Goldene Palme und 1980 als bislang einziger deutscher Beitrag den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Adorf gehörte damit zu einer Handvoll deutscher Schauspieler jener Generation, deren Arbeit auch international mit den höchsten Auszeichnungen des Kinos bedacht wurde.
Ein zweites Standbein seiner Popularität baute er sich im Fernsehen auf. 1986 spielte er in der Serie Kir Royal den Wurstfabrikanten Heinrich Haffenloher, dessen Satz über das Zuscheißen mit Geld bis heute zitiert wird. Weitere Fernseh- und Kinoerfolge wie Der große Bellheim 1993 und Rossini 1997 folgten, während er, ähnlich wie Dieter Hallervorden, bis ins hohe Alter aktiv blieb und regelmäßig neue Rollen annahm.
Neben der Schauspielerei schrieb Adorf mehrere Erzähl- und Erinnerungsbände, darunter Der Mäusetöter 1992, Der Dieb von Trastevere 1994, Der römische Schneeball 2000, Himmel und Erde 2004 und zuletzt 2015 Schauen Sie mal böse, Geschichten aus meinem Schauspielerleben, in dem er auf sieben Jahrzehnte vor und hinter der Kamera zurückblickte. Seinen letzten Kinofilm drehte er 2023 mit Real Fight, im selben Jahrzehnt, in dem auch andere prägende Figuren der deutschen Unterhaltung wie Udo Jürgens längst zu Ikonen des Fachs geworden waren.
Mario Adorf starb am 8. April 2026 nach kurzer Krankheit im Alter von 95 Jahren in seiner Wohnung in Paris, wo er zuletzt lebte. Die Trauerfeier fand am 2. Mai 2026 in der St.-Michaels-Kirche in München statt, beigesetzt wurde er auf dem Meeresfriedhof in Saint-Tropez, einem Ort, der über Jahrzehnte Teil seines Lebens in Frankreich war.