Paul Biya: 51 Tage verschwunden – ist er tot?
Paul Biya, 93 Jahre alt und Präsident Kameruns seit 1982, verließ Yaoundé am 7. Juni 2026 nach Europa und kehrte nach mehr als 51 Tagen (Ende Juli) nicht zurück. Kein Tod bestätigt. Berichten zufolge in Genf in medizinischer Behandlung. Nationalversammlung hat Vizepräsidentenamt wiederhergestellt. Quellen: Jeune Afrique, Bloomberg, Afrik.com.
Der Kontext
Paul Biya, 93 Jahre alt, das älteste amtierende Staatsoberhaupt der Welt und Präsident Kameruns seit 1982, verließ Yaoundé am 7. Juni 2026 in Richtung Europa, angekündigt als kurzer privater Aufenthalt. Ende Juli 2026, mehr als 51 Tage später, war er noch nicht nach Kamerun zurückgekehrt, und kein verifiziertes aktuelles Foto von ihm war veröffentlicht worden. Jeune Afrique nannte medizinische Gründe und berichtete, Biya werde in einer Privatklinik in Genf, Schweiz, behandelt.
Kein Tod, Rücktritt oder formale Amtsunfähigkeit wurde von der kamerunischen Regierung, seiner Familie, einer ausländischen Regierung oder einer internationalen Agentur angekündigt. Gerüchte über seinen Tod, die in sozialen Medien kursieren, wurden von afrikanischen Faktencheckkern als unbestätigt eingestuft. Ein diplomatisches Signal: Der Erzbischof von Canterbury, Sarah Mullally, war für eine offizielle Besuch in Yaoundé vom 31. Juli bis 4. August 2026 angekündigt, was Beobachter als Hinweis auf Biyas mögliche Rückkehr in die Hauptstadt deuteten, ohne dass eine Bestätigung folgte.
Die Abwesenheit geht mit einem bedeutenden Verfassungsschritt einher. Im April 2026 verabschiedete die Nationalversammlung eine Änderung, die das seit 1972 abgeschaffte Amt des Vizepräsidenten wiederherstellt. Die von Biya selbst angestoßene Reform wurde von Bloomberg und Analysten als Nachfolgeplanung gewertet. Stand Anfang August 2026 war noch kein Vizepräsident ernannt worden. Nach geltendem Recht würde der Senatspräsident das Präsidentenamt interimistisch übernehmen. Biya wurde im Oktober 2025 für eine Amtszeit wiedergewählt, die theoretisch bis 2032 läuft. Quellen: Jeune Afrique, Bloomberg, Afrik.com.