Apple-Klage gegen OpenAI 2026
Apple klagte am 10.-11. Juli 2026 vor einem Bundesgericht in Kalifornien gegen OpenAI und warf dem Unternehmen sowie zwei ehemaligen Apple-Mitarbeitern vor, Hardware-Geschäftsgeheimnisse gestohlen zu haben. Beklagte sind der ehemalige Apple-VP Tang Yew Tan (jetzt Chief Hardware Officer bei OpenAI) und Ingenieur Chang Liu, der angeblich nach seinem Ausscheiden mit den Zugangsdaten eines Kollegen auf Apples Netzwerk zugegriffen hat. Mehr als 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter arbeiten jetzt bei OpenAI. Apple erklärt ausdrücklich, OpenAI wolle KI-Geräte entwickeln, die 'das iPhone selbst herausfordern könnten'. Quellen: CNBC, Bloomberg, TechCrunch.
Der Kontext
Apple verklagte OpenAI am 10.-11. Juli 2026 mit einer 41-seitigen Klageschrift beim US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk Kaliforniens, der bedeutendste Rechtsstreit zwischen zwei der mächtigsten Unternehmen des Silicon Valley seit Jahren.
Die Klage richtet sich nicht nur gegen OpenAI als Unternehmen, sondern auch gegen zwei namentlich genannte ehemalige Apple-Führungskräfte: Tang Yew Tan, jetzt Chief Hardware Officer bei OpenAI, und Chang Liu, ehemaliger Systemelektronikingenieur, sowie gegen io Products, OpenAIs Hardware-Tochter, die zum Teil auf einer Übernahme von ~6,5 Milliarden Dollar der Designfirma von Jony Ive im Mai 2025 beruht. Ive selbst ist kein Beklagter.
Apples zentraler Vorwurf: Ehemalige Mitarbeiter hätten Apples am sorgfältigsten gehütetes Hardware-Wissen, Lieferantenverträge, Batteriespezifikationen, Metallveredelungstechniken, Spezifikationen noch nicht angekündigter Produkte und interne Sicherheitsverfahren, mit zu OpenAI genommen. Die Klageschrift wirft Tang Yew Tan vor, sich vor dem Abgang Lieferanteninformationen per E-Mail geschickt und Jobkandidaten gebeten zu haben, unveröffentlichte Apple-Hardware zu Bewerbungsgesprächen mitzubringen. Chang Liu wird vorgeworfen, kein Laptop zurückgegeben, die Zugangsdaten eines Kollegen zum Wiedereinloggen in Apples Netzwerk genutzt und Dutzende vertraulicher Dateien heruntergeladen zu haben.
Der strategische Subtext ist explizit: Apples Klageschrift besagt, OpenAI arbeite daran, “eine neue Kategorie von KI-Geräten zu schaffen, die eines Tages das iPhone selbst herausfordern könnten.” Mit mehr als 400 ehemaligen Apple-Mitarbeitern bei OpenAI argumentiert Apple, die Migration sei nicht zufällig, sondern eine gezielte Strategie zur Übernahme seines Fertigungs-Know-hows. Am 17. Juli 2026 verschickte Apple Sicherungsanordnungen an rund 40 ehemalige Mitarbeiter bei OpenAI, was auf einen möglichen Ausbau des Rechtsstreits hindeutet.
OpenAI antwortete knapp: “Wir haben kein Interesse an den Geschäftsgeheimnissen anderer Unternehmen.” Kein Verhandlungstermin wurde angesetzt; der Fall ist in einer frühen Phase.
Alle Angaben beruhen auf der eingereichten Klageschrift und verifizierten Berichten. Aktuelle Nachrichten für neue Entwicklungen im Verfahren prüfen.