Hurrikansaison 2026: Prognose, Stürme und Namen
Die atlantische Hurrikansaison 2026 hat den ruhigsten Start seit fast 40 Jahren. Bis Ende August wurden nur vier tropische Stürme benannt (Arthur, Bertha, Cristobal und ein kurzlebiges Dolly), ein Hurrikan ist noch gar nicht entstanden. In einer Durchschnittssaison fällt der vierte Sturm auf den 15. August, der erste Hurrikan auf den 11. August. Hauptgrund ist ein sich verstärkender El Nino, der die Windscherung über dem Atlantik erhöht. Die NOAA rechnet mit 7 bis 13 benannten Stürmen und 75 Prozent Wahrscheinlichkeit für eine unterdurchschnittliche Saison. Sie läuft bis zum 30. November, der Höhepunkt liegt um den 10. September. Quellen: NOAA, Colorado State University, National Hurricane Center, weather.com.
Der Kontext
Die atlantische Hurrikansaison 2026 hinkt deutlich hinterher, und die Zahlen sind ungewöhnlich eindeutig. Bis Ende August sind vier benannte Stürme entstanden, keiner davon wurde zum Hurrikan. In einem Durchschnittsjahr fällt der vierte benannte Sturm auf den 15. August und der erste Hurrikan auf den 11. August. 2026 liegt bei beiden Marken zurück, ausgerechnet zu Beginn der aktivsten Phase.
Gemessen an der akkumulierten Zyklonenergie, dem Maß aus Stärke und Dauer der Systeme, ist es der ruhigste Auftakt seit fast vier Jahrzehnten. Seit 1966 starteten nur vier Saisons langsamer: 1988, 1984, 1977 und 1967. Die vier Stürme dieses Jahres waren kurz. Arthur Mitte Juni, Bertha um den Monatswechsel, Cristobal Mitte August, und Dolly, am 27. August entstanden und am Morgen darauf bereits als offene tropische Welle zerfallen.
Der Hauptgrund heißt El Nino. Mit zunehmender Stärke treibt das pazifische Phänomen die Höhenwinde über dem Atlantik an, und diese Windscherung zerlegt ein System, bevor sich seine Zirkulation aufbauen kann. Dazu kommt Trockenluft aus der Sahara, die genau jene tropischen Wellen stört, aus denen die größten atlantischen Hurrikane hervorgehen. Die Hauptentstehungsregion zwischen Westafrika und der Karibik hat praktisch nichts hervorgebracht.
Die Saisonprognosen sind diesem Muster gefolgt. Die NOAA nennt in ihrem Update vom 6. August 7 bis 13 benannte Stürme, 2 bis 6 Hurrikane und höchstens zwei schwere Hurrikane, bei 75 Prozent Wahrscheinlichkeit für eine unterdurchschnittliche Saison. Die Colorado State University bleibt bei neun benannten Stürmen, vier Hurrikanen und einem schweren Hurrikan. Beide Werte liegen klar unter den Mittelwerten.
Ungefährlich wird der Rest der Saison dadurch nicht. Eine Saisonprognose beschreibt ein Becken, keine Küstenlinie: Für einen konkreten Ort zählt ein einziges günstig gelegenes System mehr als die Jahresbilanz. Der September bleibt klimatologisch der aktivste Monat mit dem statistischen Höhepunkt um den 10., und das National Hurricane Center beobachtet mehrere Gebiete im Atlantik. Offiziell läuft die Saison bis zum 30. November. Quellen: NOAA, Colorado State University, National Hurricane Center, weather.com, Fox Weather.