Tulsi Gabbard
Tulsi Gabbard – Ex-Demokratin, Kriegsveteranin und seit 2025 Geheimdienstdirektorin der USA – ist eine der ungewöhnlichsten Karrieren der amerikanischen Politik.
Tulsi Gabbard wurde am 12. April 1981 auf Amerikanisch-Samoa geboren und wuchs in Hawaii auf. Sie war die erste hinduistische Abgeordnete im US-Kongress und diente von 2013 bis 2021 als Vertreterin Hawaiis im Repräsentantenhaus. Ihr Name ist in Deutschland und international vor allem deshalb ein Suchbegriff, weil sie politisch schwer einzuordnen ist: Sie begann als progressive Demokratin, kandidierte 2020 für die demokratische Präsidentschaftsnominierung und wechselte 2022 öffentlichkeitswirksam zur Republikanischen Partei.
Ihr Militärdienst ist ein zentraler Teil ihrer Identität. Gabbard diente über zwei Jahrzehnte in der Hawaii Army National Guard, absolvierte zwei Einsätze im Irak und in Kuwait und stieg bis zum Oberstleutnant auf. Sie ist ausgebildete Militärpilotin, flog jedoch Transportflugzeuge (C-23 Sherpa), keine Kampfjets – ein Unterschied, der in der öffentlichen Debatte oft verwischt wird.
Ihr politischer Schwenk zu Donald Trump und den Republikanern überraschte viele, die sie als linksliberale Anti-Kriegs-Stimme kannten. Trump nominierte sie im November 2024 zur Direktorin des Nationalen Geheimdienstes (Director of National Intelligence, DNI), und der US-Senat bestätigte sie Anfang 2025 in diesem Amt.
Gabbard ist damit eine der mächtigsten Geheimdienstfunktionärinnen der Welt – und gleichzeitig eine der umstrittensten: Kritiker werfen ihr vor, zu prorussischen Narrativen tendiert und Syrien-Diktator Assad besucht zu haben, ohne scharfe Kritik zu üben. Befürworter sehen sie als unabhängige Stimme gegen den außenpolitischen Mainstream Washingtons.