Marine Le Pen
7. Jul 2026: Verurteilung im Berufungsverfahren bestätigt, Kandidaturverbot von 5 auf 2 Jahre (45 Monate, 30 davon ausgesetzt) verkürzt, elektronische Fußfessel 1 Jahr. Noch am selben Abend bei TF1 erklärte sie ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2027 trotz Fußfessel und Revision beim Kassationsgericht. Kandidaturfähigkeit mögl. ab ~31. März 2027. Quellen: CNN, NBC News, Al Jazeera, France 24.
Wer ist Marine Le Pen?
Marine Le Pen, geboren am 5. August 1968 in Neuilly-sur-Seine, ist eine französische Politikerin und langjährige Vorsitzende des Rassemblement National (RN), früher bekannt als Front National. Sie übernahm die Partei 2011 von ihrem Vater Jean-Marie Le Pen und baute sie zur stärksten Oppositionskraft Frankreichs um.
Die „Entdiabolisierung”
Le Pens zentrales Projekt war die sogenannte dédiabolisation – die Abkehr vom offen rassistischen und antisemitischen Image ihres Vaters hin zu einer breiteren, wählbareren Rechtspartei. Das gelang ihr so gut, dass sie zweimal in die Stichwahl zur Präsidentschaft einzog: 2017 und 2022, beide Male gegen Emmanuel Macron.
Im Zentrum der Justiz
Im März 2025 verurteilte ein Pariser Gericht Marine Le Pen wegen Veruntreuung von EU-Geldern zu vier Jahren Haft (zwei davon auf Bewährung) sowie einem fünfjährigen Verbot, öffentliche Ämter zu bekleiden – mit sofortiger Vollziehbarkeit. Das Urteil trifft sie unmittelbar: Die für 2027 geplante Präsidentschaftskandidatur steht auf dem Spiel. Le Pen legte Berufung ein; das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.
Warum suchen so viele nach ihr?
Le Pen ist eine der meistgesuchten Politikerinnen Europas, weil sie das Gesicht des modernen Rechtspopulismus verkörpert – von der Migrationsdebatte über den Euro-Skeptizismus bis zur Nähe zu Russland. Jede Gerichtsentscheidung, jede Wahl, jede Aussage schlägt international Wellen.
Ihre politische Wirkung
Ob als Verliererin oder als Oppositionsführerin – Marine Le Pen hat die politische Agenda Frankreichs maßgeblich geprägt. Themen wie Einwanderungsbegrenzung, nationale Identität und EU-Kritik sind heute Mainstream, nicht zuletzt weil sie sie jahrelang unbeirrt vorangetrieben hat.
7. Juli 2026: Berufungsurteil, Verurteilung bestätigt, Kandidaturverbot verkürzt
Das Pariser Berufungsgericht hat am 7. Juli 2026 sein Urteil gefällt: Le Pens Verurteilung wegen Veruntreuung von EU-Parlamentsgeldern wurde bestätigt, das Kandidaturverbot aber von 5 auf 2 Jahre verkürzt. Da seit dem Urteil erster Instanz vom 31. März 2025 bereits rund 15 Monate vergangen sind, könnte Le Pen ab etwa 31. März 2027 wieder kandidaturfähig sein, wenige Wochen vor dem ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl 2027. Ob in diesem engen Zeitfenster ein Wahlkampf möglich ist, bleibt offen. RN-Präsident Jordan Bardella, der sich als möglicher Kandidat für 2027 positioniert hatte, steht nun vor einem unklareren Szenario. Das Urteil war das dominierende politische Ereignis des Tages in Frankreich. Quellen: France 24, franceinfo, Al Jazeera.
7. Juli 2026: Präsidentschaftskandidatur angekündigt
Noch am selben Abend trat Marine Le Pen im TF1-Abendprogramm auf und erklärte, sie sei Kandidatin für die französische Präsidentschaftswahl 2027 – trotz der elektronischen Fußfessel. „Das französische Volk wird das letzte Wort haben”, sagte sie. Sie bestätigte, dass sie Revision beim Kassationsgericht (Cour de Cassation) einlegen werde und kandidieren wolle, sofern der Justizkalender es erlaube. Die Ankündigung stellt RNs Strategie auf den Kopf: Jordan Bardella, der sich während Le Pens Kandidatursperre als Parteikandidat für 2027 in Stellung gebracht hatte, steht nun vor einem deutlich unklareren Szenario. Quellen: CNN, NBC News, Al Jazeera.