Graham Hancock
Graham Hancock ist der britische Bestsellerautor, der mit kühnen Thesen über eine versunkene Eiszeit-Zivilisation Millionen fesselt – und die Fachwelt auf die Palme bringt.
Wer ist Graham Hancock?
Graham Hancock, geboren am 2. August 1950, ist ein britischer Autor und ehemaliger Journalist, der für Publikationen wie The Times und The Economist arbeitete. Sein Durchbruch als Sachbuchautor kam 1992 mit The Sign and the Seal, gefolgt von dem Welterfolg Fingerprints of the Gods (1995) – ein Buch, das Millionen von Exemplaren verkaufte und eine ganze Subkultur alternativer Geschichtstheorien mitbegründete.
Die Kernthese: Eine verlorene Hochkultur
Hancock vertritt die Ansicht, dass während der letzten Eiszeit eine fortgeschrittene menschliche Zivilisation existierte, die durch eine kosmische Katastrophe ausgelöscht wurde und deren Wissen die späteren Hochkulturen wie Ägypten oder Mesopotamien beeinflusste. Diese These gilt in der professionellen Archäologie und Ur- und Frühgeschichtswissenschaft als Pseudoarchäologie: Fachleute werfen Hancock Rosinenpickerei bei den Belegen und das Fehlen direkter archäologischer Nachweise vor.
Warum suchen alle gerade nach ihm?
Im Oktober 2024 startete Staffel 2 von Ancient Apocalypse auf Netflix und sorgte erneut für Aufruhr. Dazu kam ein vielbeachtetes Streitgespräch zwischen Hancock und dem Archäologen Flint Dibble im Podcast von Joe Rogan – ein Schlagabtausch, der die Debatte zwischen Alternativforschern und der akademischen Welt in den Mainstream katapultierte. Die Society for American Archaeology hatte die Netflix-Serie bereits öffentlich kritisiert.
Faszination und Widerspruch
Hancocks Appell ist psychologisch nachvollziehbar: Er erzählt von einer geheimnisvollen verlorenen Welt und stellt sich als mutigen Außenseiter gegen ein selbstgefälliges Establishment dar. Das ist großes Kino – aber kein wissenschaftlicher Konsens. Sein „Unterdrückungs”-Narrativ, wonach die Wissenschaft seine Beweise bewusst ignoriert, ist nicht belegt und wird von Experten ausdrücklich zurückgewiesen.