Adam Curry
Adam Curry ist der selbsternannte „Podfather" – MTV-VJ der 90er, der das Podcasting miterfunden hat und heute als politisch dezidierter Medien-Unternehmer polarisiert.
Wer ist Adam Curry?
Adam Curry, geboren am 3. September 1964 in Washington, D.C., ist ein amerikanisch-niederländischer Medienmacher. Er wuchs teilweise in den Niederlanden auf und wurde in Europa durch seinen Job als VJ bei MTV Europe in den späten 1980ern und frühen 1990ern berühmt – ein blonder Rockstar-Look, der ihn zum Fernsehgesicht einer ganzen Generation machte.
Nach seiner MTV-Zeit wandte sich Curry der aufkommenden Internetkultur zu. Im Jahr 2004 entwickelte er gemeinsam mit dem Softwareentwickler Dave Winer das Konzept des automatisierten Audio-Downloads per RSS-Feed – die Grundlage des modernen Podcastings. Sein früher Podcast „Daily Source Code” gilt als einer der ersten der Welt, weshalb er den Spitznamen „Podfather” trägt.
Seit Mitte der 2010er Jahre ist Curry politisch weit nach rechts gerückt. Zusammen mit John C. Dvorak produziert er den einflussreichen Medienkritik-Podcast „No Agenda”, der regelmäßig zu den meistgehörten englischsprachigen unabhängigen Podcasts zählt. Das Format lebt von sogenannter „Deconstruction” – der kritischen Analyse von Mainstream-Medienberichten.
Curry ist eine gespaltene Figur: Für Podcast-Pioniere ist er eine Legende, für Medienkritiker ein Verbreiter von Verschwörungstheorien. Seine Positionen zur COVID-19-Pandemie und zu Mainstream-Medien haben ihm sowohl treue Fans als auch scharfe Kritiker eingebracht.
In den Niederlanden ist er weiterhin bekannt und präsent – er hat dort über Jahre gelebt und gearbeitet und gilt als eine der bekanntesten amerikanischen Medienpersönlichkeiten des Landes.