Edward Snowden
Edward Snowden ist der Mann, der 2013 das globale Überwachungssystem der NSA enthüllte – und dafür bis heute im russischen Exil lebt.
Edward Snowden – Whistleblower, Geächteter, Exilant
Edward Snowden, geboren am 21. Juni 1983, ist ein ehemaliger US-Geheimdienstmitarbeiter, der im Juni 2013 die Geschichte der digitalen Überwachung für immer veränderte. Als Auftragnehmer für die NSA beim Rüstungskonzern Booz Allen Hamilton in Hawaii kopiierte er Tausende streng geheimer Dokumente und übergab sie Journalisten – darunter Glenn Greenwald und Laura Poitras.
Was folgte, war eine der größten Enthüllungen der Geheimdienstgeschichte: PRISM, XKeyscore, Vorratsdatenspeicherung im globalen Maßstab – Programme, mit denen die NSA und ihre Verbündeten systematisch die Kommunikation von Millionen Menschen weltweit erfassten. Snowden floh zunächst nach Hongkong, dann nach Moskau, wo er seit 2013 lebt. 2022 wurde ihm die russische Staatsbürgerschaft verliehen.
Die US-Justiz klagte ihn noch im Juni 2013 wegen zweier Verstöße gegen den Espionage Act sowie Diebstahl von Regierungseigentum an. Er wurde nie verurteilt, weil er nie vor Gericht stand. Ob er ein Held oder ein Verräter ist, hängt davon ab, wen man fragt: Presse- und Bürgerrechtsorganisationen nennen ihn Whistleblower, die US-Regierung und Teile des Sicherheitsestablishments sehen ihn als Gefahr für die nationale Sicherheit.
Seit Jahren hält er sich in der Öffentlichkeit hauptsächlich über soziale Medien und Video-Schalten. Er ist Präsident der Freedom of the Press Foundation und veröffentlichte 2019 seine viel diskutierte Autobiografie Permanent Record. Rund um die Präsidentschaft von Donald Trump flammt regelmäßig die Debatte über eine mögliche Begnadigung auf – Stand Mitte 2026 ist eine solche jedoch nicht erfolgt.