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Kultur ● Höhepunkt Trend-Score 90 · Veröffentlicht 12. Oktober 2026 · Aktualisiert 12. Oktober 2026

Jugendwort 2026: „Ragebait“ ist das Jugendwort des Jahres

„Ragebait“ ist das Jugendwort des Jahres 2026. PONS Langenscheidt gab das Ergebnis am Samstag, dem 10. Oktober 2026, auf der Frankfurter Buchmesse bekannt. Das Finale war knapp: Ragebait holte 36,5 Prozent, „Peak“ 33,8 Prozent und „Crashout“ 29,7 Prozent. Gemeint sind Online-Inhalte, die gezielt Wut und Empörung auslösen sollen, um Klicks und Kommentare zu erzeugen. Abstimmen durften 11- bis 20-Jährige, laut Verlag beteiligten sich seit Ende Mai fast eine Million junge Menschen. Vorgänger war 2025 „das crazy“. Quellen: ZDFheute, SRF, 20 Minuten (dpa), Oxford University Press.

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Der Kontext

Der Wut-Köder gewinnt

Das Jugendwort des Jahres 2026 heißt „Ragebait“. PONS Langenscheidt verkündete das Ergebnis am Samstag, dem 10. Oktober 2026, auf der Frankfurter Buchmesse. Es war eines der knappsten Finale der letzten Jahre: Ragebait kam auf 36,5 Prozent, „Peak“ auf 33,8 Prozent und „Crashout“ auf 29,7 Prozent. Abstimmen durften 11- bis 20-Jährige, nach Angaben des Verlags machten seit Ende Mai fast eine Million mit.

Ragebait, wörtlich „Wut-Köder“, beschreibt Inhalte, die im Netz bewusst provozieren: steile Thesen, Falschbehauptungen, extreme Meinungen. Wer sich darüber aufregt und kommentiert, verschafft dem Beitrag genau die Reichweite, auf die er abzielt. Der Hamburger Linguist Jannis Androutsopoulos beobachtet, dass das Wort längst über Social Media hinaus benutzt wird, auch für provokante Sprüche im echten Leben.

Der Weg ins Finale begann am 29. Mai mit offenen Vorschlägen. Eine Jury wählte eine Top 10, in der neben den späteren Finalisten auch „Digga“, „67“, „Süper“, „Schere“, „Macker“, „Gute Käse“ und „Du bist gut genug“ standen. Am 28. August stand die Top 3 fest, die Finalabstimmung endete am 28. September. Für Spannung sorgte am Vortag Tagesschau-Sprecherin Susanne Daubner, die in einem Instagram-Video zur Auflösung ansetzte und dann merkte, dass sie einen Tag zu früh dran war.

Ganz neu ist der Begriff nicht: Oxford University Press hatte „rage bait“ schon im Dezember 2025 zum englischen Wort des Jahres gekürt. Ragebait folgt im Deutschen auf „das crazy“ (2025), „Aura“ (2024), „goofy“ (2023), „smash“ (2022), „cringe“ (2021) und „lost“ (2020). Kritiker halten die Wahl seit jeher für eine Marketingaktion des Verlags, an der Beliebtheit des Rituals ändert das wenig. Am 27. Oktober soll übrigens erstmals auch ein Schweizer Jugendwort des Jahres gekürt werden.

Quellen: ZDFheute, SRF, 20 Minuten (dpa), netzwelt, ms-aktuell, Oxford University Press, Wikipedia.

Häufige Fragen

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Das Jugendwort des Jahres 2026 ist „Ragebait“. Der Verlag PONS Langenscheidt verkündete es am Samstag, dem 10. Oktober 2026, auf der Frankfurter Buchmesse. Im Finale setzte sich Ragebait mit 36,5 Prozent gegen „Peak“ (33,8 Prozent) und „Crashout“ (29,7 Prozent) durch. Quellen: ZDFheute, SRF.

Ragebait setzt sich aus den englischen Wörtern rage (Wut) und bait (Köder) zusammen, wörtlich also „Wut-Köder“. Gemeint sind Inhalte im Netz, die absichtlich provozieren und Empörung auslösen sollen, etwa durch steile Thesen, Falschbehauptungen oder extreme Meinungen. Das Ziel: möglichst viele wütende Kommentare, Shares und damit Reichweite. Im Alltag sagt man auch zu einer bewusst provokanten Bemerkung unter Freunden: „Das ist doch Ragebait.“ Quellen: ZDFheute, SRF.

Sehr knapp. Zwischen Platz 1 und Platz 3 lagen nur 6,8 Prozentpunkte, zwischen Ragebait und Peak sogar nur 2,7 Punkte. Artur Raiser von PONS Langenscheidt sagte, das knappe Ergebnis zeige, „dass alle drei Begriffe einen festen Platz im Vokabular der Generationen Z und Alpha haben“. Quelle: ZDFheute.

Peak kommt aus dem Englischen (Gipfel) und bezeichnet etwas, das besonders gut oder das Beste überhaupt ist, zum Beispiel „Der neue Song ist Peak“. Crashout beschreibt einen emotionalen Kontrollverlust, also wenn jemand komplett die Fassung verliert oder überreagiert. Quellen: ZDFheute, netzwelt.

Abstimmen dürfen Jugendliche zwischen 11 und 20 Jahren, online über die Seite von Langenscheidt. Laut Verlag nahmen in diesem Jahr fast eine Million junge Menschen teil. Das Alter wird allerdings nur abgefragt, nicht geprüft: Ein Verlagssprecher sagte, man müsse sich darauf verlassen, dass die Teilnehmenden ihr Alter wahrheitsgemäß angeben. Quellen: ZDFheute, 20 Minuten (dpa).

In drei Schritten. Ab dem 29. Mai 2026 konnten Vorschläge eingereicht werden. Eine Jury stellte daraus eine Top 10 zusammen, die Ende Juli zur Abstimmung stand: Ragebait, „Du bist gut genug“, „Gute Käse“, „Macker“, Crashout, „Schere“, „Süper“, „Digga“, „67“ und Peak. Am 28. August wurden die Top 3 bekannt gegeben (auf sie entfielen 43 Prozent der Stimmen der zweiten Runde). Die Finalabstimmung lief bis zum 28. September. Quellen: netzwelt, ms-aktuell, 20 Minuten (dpa).

2025 gewann „das crazy“, vor „goonen“ und „checkst du“. Davor: 2024 „Aura“, 2023 „goofy“, 2022 „smash“, 2021 „cringe“, 2020 „lost“. 2019 gab es kein Jugendwort, nachdem PONS den Langenscheidt-Verlag übernommen hatte. 2018 lautete es „Ehrenmann/Ehrenfrau“, 2017 „I bims“. Die Wahl gibt es seit 2008, damals mit „Gammelfleischparty“. Quellen: 20 Minuten (dpa), Wikipedia.

Die Tagesschau-Sprecherin erklärt seit 2021 („Cringe“) auf den Social-Media-Kanälen der Tagesschau regelmäßig das Jugendwort. Am Freitag, dem 9. Oktober, einen Tag vor der Verkündung, setzte sie in einem Instagram-Video zur Auflösung an, schaute dann in ihren Kalender und stellte fest, dass sie sich im Datum geirrt hatte. Das Wort nannte sie nicht. In den Kommentaren wurde sie prompt „Ragebait queen“ genannt. Quellen: ms-aktuell, 20 Minuten (dpa).

Ja, seit Jahren. Kritiker sehen die Wahl vor allem als Werbeaktion für Langenscheidts Wörterbuch „100 Prozent Jugendsprache“ und bezweifeln, dass alle Siegerwörter wirklich verbreitet sind. Die Gesellschaft für deutsche Sprache sprach von einem „Spiel mit der Sprache“. Zu Ragebait sagt der Hamburger Linguist Jannis Androutsopoulos, das Wort habe die sozialen Medien bereits verlassen, und erst dann könnten Wörter eigentlich beanspruchen, Jugendwörter zu sein. Quellen: Wikipedia, ZDFheute, 20 Minuten (dpa).

Ja. Oxford University Press kürte „rage bait“ bereits am 1. Dezember 2025 zum Oxford Word of the Year 2025, nach einer öffentlichen Abstimmung mit über 30.000 Teilnehmenden (Konkurrenten: „aura farming“ und „biohack“). Laut Oxford hat sich die Nutzung des Begriffs innerhalb eines Jahres etwa verdreifacht. Quelle: Oxford University Press.

Wahr oder falsch?

7 Gerüchte im Faktencheck, mit Quellen
Falsch
Ragebait ist ein deutsches Wort.

Der Begriff kommt aus dem Englischen (rage = Wut, bait = Köder) und wird im Deutschen als Anglizismus verwendet. (ZDFheute)

Falsch
Ragebait hat mit großem Vorsprung gewonnen.

Ragebait lag mit 36,5 Prozent nur 2,7 Punkte vor Peak (33,8 Prozent), Crashout kam auf 29,7 Prozent. (ZDFheute)

Falsch
Susanne Daubner hat das Jugendwort schon am Vortag verraten.

In ihrem Instagram-Video vom 9. Oktober brach sie die Auflösung ab, weil sie sich im Datum geirrt hatte, und nannte kein Wort. (20 Minuten, dpa)

Wahr
Fast eine Million Jugendliche haben abgestimmt.

Das ist die Angabe des Verlags PONS Langenscheidt für die Wahl seit Ende Mai. (ZDFheute, SRF)

Unbestätigt
Nur 11- bis 20-Jährige haben mitgestimmt.

Die Teilnahme ist für diese Altersgruppe vorgesehen, das Alter wird aber nicht überprüft. (20 Minuten, dpa)

Wahr
Oxford hat „rage bait“ schon 2025 zum Wort des Jahres gewählt.

Oxford University Press gab „rage bait“ am 1. Dezember 2025 als Oxford Word of the Year 2025 bekannt. (Oxford University Press)

Wahr
2019 wurde kein Jugendwort gewählt.

Nach der Übernahme von Langenscheidt durch PONS fiel die Wahl 2019 aus, 2020 kehrte sie mit „lost“ zurück. (Wikipedia, 20 Minuten)

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