Doctolib KI-Daten: Wie Sie widersprechen können
Ab August 2026 nutzt Doctolib (70 Mio. Patienten in Frankreich) pseudonymisierte Gesundheitsdaten für ein KI-Forschungsprojekt mit Inria, Inserm und der Universität Paris Cité. Die Nutzung ist opt-out, Patienten müssen aktiv widersprechen. Quellen: Franceinfo, Que Choisir, GinjFo, CNews.
Der Kontext
Doctolib, Frankreichs führende Plattform für Arzttermine mit rund 70 Millionen Patienten, hat im August 2026 ein KI-Forschungsprojekt in Partnerschaft mit Inria, Inserm und der Universität Paris Cité gestartet. Das Projekt nutzt pseudonymisierte medizinische Daten: Konsultationsnotizen, Rezepte und Krankengeschichten, die Ärzte in die Plattform eingeben. Der zentrale Kritikpunkt: Die Teilnahme ist standardmäßig opt-out. Patienten, die nicht aktiv widersprechen, gelten als einverstanden.
Anleitungen zum Widerspruch verbreiteten sich um den 30. Juli und 1. August 2026 viral in französischen Medien (Que Choisir, Franceinfo, CNews, GinjFo). Datenschutzorganisationen wiesen auf die Diskrepanz zwischen opt-out-Einwilligung und dem für sensible Daten nach DSGVO üblichen Standard ausdrücklicher Zustimmung hin. Die französische Menschenrechtsliga warnte vor „nicht vernachlässigbaren Risiken der Stigmatisierung, Diskriminierung und des missbräuchlichen Profilings.”
Die Kontroverse wird durch bestehendes Misstrauen verstärkt: Doctolib war bereits dafür kritisiert worden, US-Technologieanbieter (darunter Anthropic) für einige KI-Funktionen zu nutzen. Eine schwerwiegende Datenpanne bei den Konkurrenten Viamedis und Almerys im Mai 2026 hatte die Sensibilität für Gesundheitsdaten in Frankreich erhöht. Um zu widersprechen: Anmeldung auf doctolib.fr → Mon compte → Mes données / Confidentialité → Nutzung für Forschung ablehnen. Quellen: Franceinfo, Que Choisir, GinjFo, CNews.