Uniqlo
Uniqlo ist nicht einfach ein weiterer Fast-Fashion-Konzern – es ist Japans trojanisches Pferd in der Modewelt, das mit schlichtem Design und technischer Funktionalität Milliarden verdient, während es die Frage nach Ethik und Nachhaltigkeit geschickt umschifft.
Uniqlo ist die Flaggschiff-Modemarke des japanischen Konzerns Fast Retailing Co., Ltd., gegründet 1949 als Textilhändler in Yamaguchi, Japan. Den Markennamen „Uniqlo” – eine Abkürzung für „Unique Clothing Warehouse” – gibt es seit 1984. Heute betreibt die Kette über 2.400 Filialen weltweit und ist damit eine der umsatzstärksten Modeketten der Welt.
Das Konzept ist simpel und radikal zugleich: keine Logos, keine Trends, keine Saisonhype – stattdessen „LifeWear”, also Kleidung, die das Alltagsleben verbessern soll. Bestseller wie die Heattech-Unterwäsche, die Ultra Light Down Jacke oder die Airism-Linie sind technologiegetriebene Produkte, die mit Fast Fashion im klassischen Sinn wenig gemein haben.
Trotzdem ist Uniqlo nicht frei von Kritik. Der Konzern hat Berichte über Arbeitsbedingungen in Zulieferbetrieben, vor allem in Bangladesch und China, kassiert – darunter Vorwürfe mangelnder Transparenz in der Lieferkette. Das Unternehmen gibt sich dabei deutlich wortkarger als seine Imageinszenierung als ethisch bewusstes Label vermuten lässt.
Warum suchen so viele Menschen nach Uniqlo? Weil die Marke ein echtes Spannungsfeld besetzt: zu teuer für Primark-Kunden, zu günstig für Luxus-Shopper, zu schlicht für Trendjäger – und dennoch eine der meistgekauften Modemarken der Welt. Diese Widersprüche treiben die Neugier an.