The Ordinary
The Ordinary hat die Hautpflege-Industrie gesprengt – indem die Marke bewiesen hat, dass wirksame Inhaltsstoffe keine Luxuspreise brauchen.
Was ist The Ordinary? The Ordinary ist eine kanadische Skincare-Marke, die 2016 von Brandon Truaxe unter dem Dach des Unternehmens DECIEM gegründet wurde. Das Konzept war radikal simpel: Einzelne Wirkstoffe – Niacinamid, Retinol, Vitamin C, Hyaluronsäure – in hochkonzentrierter Form, ohne aufwendige Verpackung, ohne Marketing-Hokuspokus, für unter 10 Euro. Die Branche hat das nie wirklich verzeihen.
Warum reden alle darüber? The Ordinary hat eine Mittelklasse-Lücke geschlossen. Wer sich keine 80-Euro-Seren leisten wollte oder konnte, musste vorher auf billige Drogerie-Formulierungen ausweichen. Plötzlich gab es klinisch klingende Produkte mit echter Wirkstoffdichte für den Preis einer Kinokarte. Das hat Millionen von Verbraucher:innen direkt in Reddit-Foren und YouTube-Tutorials getrieben – und die Marke zu einem kulturellen Phänomen gemacht.
Schatten hinter dem schlanken Design Die Geschichte von The Ordinary ist nicht nur eine Erfolgsgeschichte. Gründer Brandon Truaxe verhielt sich ab 2018 zunehmend instabil, postete wirre Anschuldigungen auf Instagram und wurde schließlich von DECIEM entfernt. Im Januar 2019 starb er unter ungeklärten Umständen. Die Estée Lauder Companies nutzte die Krise und sicherte sich zunächst eine Minderheitsbeteiligung, bevor sie DECIEM 2021 vollständig übernahm – für geschätzte 2,2 Milliarden US-Dollar. Das „unabhängige” Underdog-Image hat seitdem Risse.
Warum suchen Menschen so intensiv danach? Das Sortiment umfasst über 60 Produkte, und die Kombinations-Regeln sind komplex: Manche Wirkstoffe neutralisieren sich gegenseitig, andere können die Haut ernsthaft reizen. Die Marke selbst liefert Anleitungen, aber keine wirklich klaren Warnungen. Das erklärt die Flut an Suchanfragen – die Leute wollen wissen, was sie sich ins Gesicht schmieren, bevor sie es tun. Vernünftig.