Ray-Ban
Ray-Ban verkauft seit Jahrzehnten Mythos genauso gut wie Sonnenschutz – aber hinter der Kultmarke steckt heute ein globaler Brillenkonzern, der mehr über Marketing als über Optik nachdenkt.
Ray-Ban ist eine amerikanische Sonnenbrillemarke, die 1937 vom Unternehmen Bausch & Lomb ursprünglich für die US Air Force entwickelt wurde. Die legendäre Aviator-Form sollte Piloten vor schädlicher Sonnenstrahlung schützen – daher auch der Name. Heute gehört die Marke seit 1999 dem italienischen Luxusbrillengiganten EssilorLuxottica, der mit Abstand größten Brillengruppe der Welt.
Der Mythos Ray-Ban lebt vor allem von seiner Filmgeschichte: „Men in Black”, „Top Gun”, „Risky Business” – kaum eine Marke hat sich so tief ins popkulturelle Gedächtnis gebrannt. Das ist kein Zufall, sondern jahrzehntelange, aggressive Product-Placement-Strategie. Ray-Ban zahlt dafür, in Filmen gesehen zu werden.
Trotzdem – oder genau deswegen – stellen sich viele Käufer dieselben Fragen: Warum ist Ray-Ban so teuer? Sind die Gläser wirklich besser? Und wie erkennt man eine Fälschung? Diese Fragen beantwortet die Marke selbst nur ungern – wir schon.
Was kaum jemand weiß: Viele Ray-Ban-Modelle werden in denselben Fabriken hergestellt wie zahlreiche andere Luxus- und Mittelklassebrillen, weil Luxottica schlicht der Hersteller für einen Großteil der globalen Brillenproduktion ist. Die Exklusivität ist also zumindest teilweise eine Illusion des Marketings.
Gleichzeitig ist die Qualität solider Brillen wie dem Wayfarer oder dem Aviator objektiv ordentlich – robuste Acetatrahmen, gute UV-Beschichtungen, langlebige Scharniere. Die Frage ist nur, ob man dafür den Aufpreis zahlen muss oder ob man dasselbe aus derselben Fabrik für weniger Geld bekommt.