Nintendo
Nintendo ist ein 135 Jahre altes Unternehmen, das die Videospielbranche mehrfach gerettet – und genauso oft nach eigenen Regeln gespielt hat.
Nintendo wurde 1889 in Kyoto gegründet – zunächst als Hersteller handgefertigter Hanafuda-Spielkarten. Erst Jahrzehnte später, nach gescheiterten Ausflügen ins Taxigeschäft und ins Hotelgewerbe, fand das Unternehmen seinen wahren Bestimmungsort: die elektronische Unterhaltung. Mit dem NES (Famicom) rettete Nintendo 1983 den durch den Atari-Crash beinahe vernichteten Heimkonsolenmarkt – das ist keine Übertreibung, das ist Branchengeschichte.
Heute ist Nintendo einer der wertvollsten Spielekonzerne der Welt, bekannt für Franchises wie Mario, Zelda, Pokémon (als Lizenzgeber) und Metroid. Anders als Sony oder Microsoft setzt Nintendo nicht auf rohe Hardware-Power, sondern auf Spieldesign-Innovation – manchmal brillant (Wii, Switch), manchmal rätselhaft (Wii U, Labo).
Menschen suchen nach Nintendo, weil die Produkte teuer, die Preise kaum rabattiert und die Online-Dienste im Vergleich zur Konkurrenz dünn sind. Nintendo ist das einzige große Unternehmen, das Jahrzehnte alte digitale Spiele zum Vollpreis verkauft und das mit stoischer Gelassenheit – weil es funktioniert.
Die Nintendo Switch 2 hat 2025 die Erwartungen gesprengt: Millionen vorbestellter Einheiten, ausverkaufte Läden. Trotzdem brodelt die Diskussion über den Einstiegspreis. Nintendo-Fans zahlen – aber sie beschweren sich dabei laut, und das zu Recht.