Boohoo
Boohoo ist Großbritanniens bekannteste Fast-Fashion-Maschine – billig, schnell und seit dem Arbeitsskandal 2020 eines der umstrittensten Modunternehmen der Welt.
Boohoo ist ein 2006 in Manchester gegründeter Online-Modehändler, der sich auf ultraschnelle, ultragunstige Kleidung spezialisiert hat. Das Unternehmen gehört zur Boohoo Group PLC, die an der Londoner Börse notiert ist und weitere Marken wie PrettyLittleThing, Nasty Gal, Karen Millen und boohooMAN unter einem Dach vereint. Das Geschäftsmodell ist simpel: Tausende neue Styles pro Woche, Preise oft unter 10 Euro, verkauft ausschließlich online.
Der Name “Boohoo” klingt verspielt und harmlos – doch hinter der bunten Fassade steckt ein Konzern, der seit Jahren wegen Arbeitsbedingungen, Umweltauswirkungen und Unternehmensführung in der Kritik steht. Der Skandal um Lieferanten in Leicester (2020), bei denen Näherinnen angeblich für unter dem Mindestlohn arbeiteten, hat das Markenimage dauerhaft beschädigt.
Trotzdem bleibt Boohoo massiv relevant: Millionen junger Konsument:innen in Großbritannien, Deutschland und darüber hinaus kaufen dort regelmäßig ein. Die Suchvolumina rund um Rücksendungen, Größen und Lieferzeiten sind enorm – was zeigt, dass die Leute bestellen, aber oft frustriert sind. Genau das macht eine ehrliche, unverblümte Q&A-Seite so wichtig.
Seit 2022 kämpft Boohoo mit sinkenden Umsätzen, steigenden Kosten und dem wachsenden Druck durch Konkurrenten wie Shein und Temu. Das Unternehmen hat Stellen abgebaut, Marken verkauft und versucht, sich neu zu positionieren – bislang mit gemischtem Erfolg.