Bret Weinstein
Bret Weinstein ist der evolutionsbiologische Dauerprovokateur, der Evergreen in Flammen zurückließ, mit Ivermectin auf Kriegsfuß mit der Wissenschaft geriet und trotzdem Millionen Zuhörer hat.
Bret Weinstein, geboren am 21. Februar 1969, ist amerikanischer Evolutionsbiologe, ehemaliger College-Professor und Podcaster. Er wurde einem breiten Publikum bekannt, als er 2017 im Zentrum eines handfesten Kulturkampfs an der Evergreen State College stand – einem Streit, der seine akademische Karriere beendete, ihn aber als Ikone der sogenannten „heterodoxen” Intellektuellen etablierte.
Seither betreibt Weinstein gemeinsam mit seiner Frau Heather Heying den DarkHorse Podcast, in dem er Evolutionsbiologie, Gesellschaftskritik und politisch unbequeme Thesen mischt. Das Format hat eine treue, oft libertär geprägte Fangemeinde aufgebaut. 2021 erschien das von beiden co-verfasste Buch A Hunter-Gatherer’s Guide to the 21st Century, ein Bestseller.
Politisch bewegte sich Weinstein 2024 öffentlichkeitswirksam: Er unterstützte zunächst Robert F. Kennedy Jr. und anschließend Donald Trump – ein Schwenk, der sowohl Applaus als auch Kritik aus seinem eigenen Lager erntete. Sein Auftritt in der Joe Rogan Experience Ende 2025 zeigte, dass er keineswegs aus dem öffentlichen Diskurs verschwunden ist.
Wissenschaftlich ist Weinstein eine umstrittene Figur. Während der COVID-19-Pandemie warb er für Ivermectin als Behandlung – eine Behauptung, die durch wissenschaftlichen Konsens klar widerlegt ist – und äußerte Skepsis gegenüber mRNA-Impfstoffen. Kardiologe Eric Topol zählte ihn öffentlich zu den führenden Quellen von COVID-Fehlinformationen. 2024 stellte er in einem Podcast zudem die wissenschaftlich eindeutig belegte Tatsache infrage, dass HIV AIDS verursacht – ein Standpunkt, der dem weltweiten wissenschaftlichen Konsens diametral widerspricht.