Baschar al-Assad - Häufige Fragen
Baschar al-Assad war von 2000 bis Dezember 2024 Präsident Syriens und floh nach dem Sturz seiner Regierung ins russische Exil, seither fragen viele Nutzer, wo er heute lebt und was aus seiner Familie wurde.
Vom Augenarzt zum Präsidenten im syrischen Bürgerkrieg
Baschar al-Assad wurde am 11. September 1965 in Damaskus als drittes Kind von Hafiz al-Assad geboren, der Syrien seit 1970 autoritär regierte. Anders als sein älterer Bruder Basil, der gezielt auf eine politische und militärische Laufbahn vorbereitet wurde, studierte Baschar Medizin und spezialisierte sich als Augenarzt, unter anderem während einer Facharztausbildung in London Anfang der 1990er Jahre. Der plötzliche Tod Basils bei einem Autounfall in Damaskus im Januar 1994 veränderte diese Laufbahn grundlegend: Hafiz al-Assad rief seinen zweiten Sohn zurück nach Syrien und begann, ihn systematisch auf die Nachfolge vorzubereiten, unter anderem durch eine Offizierslaufbahn in der Armee.
Nach dem Tod Hafiz al-Assads im Juni 2000 änderte das syrische Parlament innerhalb weniger Stunden die Verfassung, um das Mindestalter für das Präsidentenamt von 40 auf 34 Jahre zu senken, das genaue Alter des designierten Nachfolgers. Ein Referendum ohne Gegenkandidatur bestätigte Baschar al-Assad wenig später offiziell im Amt. In seinen ersten Jahren weckte er im Ausland vorsichtige Hoffnungen auf wirtschaftliche und politische Öffnung, die kurze Liberalisierungsphase blieb jedoch folgenlos und wurde rasch wieder eingeschränkt.
Ab März 2011 schlug die Regierung Proteste im Zuge des Arabischen Frühlings mit Gewalt nieder, was in einen jahrelangen Bürgerkrieg mit hunderttausenden Toten und Millionen Flüchtlingen im In- und Ausland mündete. Untersuchungskommissionen der Vereinten Nationen warfen der Regierung wiederholt schwere Menschenrechtsverletzungen sowie den Einsatz chemischer Waffen gegen die eigene Bevölkerung vor, etwa in Ghuta 2013 und Duma 2018. Assad wies die Vorwürfe konsequent zurück, mehrere europäische Justizbehörden führen dazu bis heute Ermittlungsverfahren.
Militärisch überlebte Assads Regierung vor allem dank ausländischer Unterstützung: Ab September 2015 sicherten russische Luftschläge, angeordnet von Wladimir Putin, entscheidende Frontabschnitte, während der Iran mit Milizen und Finanzhilfe half. Diese Allianz stabilisierte die Lage über Jahre, blieb Ende 2024 jedoch weitgehend folgenlos: Moskau, dessen Streitkräfte durch den Krieg gegen die Ukraine unter Präsident Wolodymyr Selenskyj gebunden waren, und Teheran griffen kaum ein, als eine von Hai’at Tahrir al-Scham geführte Offensive Anfang Dezember 2024 binnen weniger Tage Aleppo, Hama, Homs und schließlich Damaskus einnahm.
Assad verließ Syrien am 8. Dezember 2024 und erhielt in Russland Aufnahme, wo er nach übereinstimmenden Presseberichten seither mit seiner Frau Asma al-Assad und den drei gemeinsamen Kindern in Moskau lebt. Offizielle russische Stellen bestätigten die Aufnahme, äußerten sich zu weiteren Details seines Alltags aber kaum. Über sein Vermögen kursieren nur Schätzungen von Sanktionsbehörden und Rechercheorganisationen, eine belastbare Gesamtsumme ist nicht öffentlich bekannt. Mehr als 24 Jahre nach seinem Amtsantritt und rund acht Monate nach seinem Sturz bleibt Assads politische Zukunft ungeklärt, während in Syrien eine von den einstigen Rebellen geführte Übergangsregierung den Wiederaufbau des Staates organisiert.