München ist Olympiabewerber: Was die DOSB-Entscheidung bedeutet
München ist Deutschlands Kandidat für Olympische und Paralympische Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Die DOSB-Mitgliederversammlung in Baden-Baden wählte das Münchner Konzept am 26. September 2026 mit 91 zu 50 Stimmen vor KölnRheinRuhr. Hamburg (Referendum) und Berlin (Rückzug) waren vorher ausgeschieden. Das IOC entscheidet über 2036 voraussichtlich Mitte 2029. Quellen: DOSB, sportschau.de, ZDF, muenchen.de.
Der Kontext
München geht für Deutschland ins Rennen um Olympische und Paralympische Sommerspiele. Die außerordentliche Mitgliederversammlung des DOSB hat am 26. September 2026 in Baden-Baden das Münchner Konzept mit 91 zu 50 Stimmen gegen den letzten verbliebenen Mitbewerber KölnRheinRuhr gewählt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und DOSB-Präsident Thomas Weikert verkündeten das Ergebnis live in der ARD. Angepeilt sind die Spiele 2036, 2040 oder 2044, das genaue Jahr ist noch offen.
Das Feld war ursprünglich größer. Hamburg fiel am 31. Mai 2026 per Referendum heraus (54,9 % Nein). Berlin zog sein Konzept „Berlin+“ zwei Tage vor der Abstimmung zurück, nachdem bei der Abgeordnetenhauswahl die bewerbungskritische Linke stärkste Kraft geworden war. Übrig blieb ein Zweikampf, den Medien als Duell zwischen Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und NRW-Regierungschef Hendrik Wüst beschrieben. In der vorherigen DOSB-Bewertung trennten die beiden Konzepte nur zwei Punkte (87,03 zu 85,02).
München punktet mit seiner Legitimation und seinem Erbe: Beim Bürgerentscheid im Oktober 2025 sagten 66,4 % Ja, bei Rekordbeteiligung. Das Konzept nutzt so weit wie möglich die Anlagen von 1972, allen voran Olympiastadion und Olympiapark, ergänzt um temporäre Hallen und ein neues olympisches Dorf im Münchner Nordosten. Fußball ist unter anderem in Stuttgart, Segeln in Kiel geplant. Eine Gesamtkostenrechnung liegt noch nicht vor, allein die temporären Sportstätten schätzt die Stadt auf rund 930 Millionen Euro.
Jetzt beginnt das internationale Verfahren. Das IOC wählt im März 2027 eine Shortlist für 2036 und will den Gastgeber Mitte 2029 bestimmen. Als stärkste Konkurrenz für 2036 gelten Ahmedabad und Doha. Für Deutschland spielt zudem die Symbolik eine Rolle: 2036 jährt sich Berlin 1936 zum hundertsten Mal, weshalb der DOSB immer auch 2040 und 2044 offengehalten hat. Seit 1972 sind alle deutschen Olympia-Anläufe gescheitert. Quellen: DOSB, sportschau.de, zdfheute.de, muenchen.de, IOC, hamburg.de, GamesBids, Abendzeitung München.
Häufige Fragen
Wahr oder falsch?
Ja, gewählt von der DOSB-Mitgliederversammlung am 26. September 2026 mit 91:50 Stimmen gegen KölnRheinRuhr. (DOSB, sportschau.de)
Weder Jahr noch Zuschlag stehen fest. München ist nur nationaler Kandidat, das IOC wählt den Gastgeber 2036 voraussichtlich Mitte 2029. (IOC, sportschau.de)
Nein, offen sind 2036, 2040 oder 2044. Der DOSB will das Jahr je nach Konkurrenz und IOC-Gesprächen festlegen. (DOSB)
Ja, 66,4 % Ja-Stimmen beim Bürgerentscheid am 26. Oktober 2025, Rekordbeteiligung von 42 %. (muenchen.de)
Berlin trat gar nicht mehr an, die Stadt zog zwei Tage vor der Abstimmung zurück. Einziger Gegner war KölnRheinRuhr. (ZDF)
Nein, die Shortlist ist für März 2027 geplant, die Wahl für Mitte 2029. (IOC)