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Mercadona - Häufige Fragen

Mercadona ist Spaniens größte Supermarktkette, ein Familienunternehmen unter Juan Roig, mit 1.676 Filialen und 28,5 Prozent Marktanteil. 2025 setzte die Kette 41,858 Milliarden Euro um und investiert nun 3,7 Milliarden, um jede Filiale auf das neue Format Tienda 9 umzubauen.

By · datastats · Aktualisiert 28. August 2026
Mercadona
Carloss · CC BY-SA 4.0

Mercadona ist der Supermarkt, über den ganz Spanien streitet. Die Kette verkauft rund 28,5 Prozent der Lebensmittel des Landes, hat nie fremdes Kapital aufgenommen und wird immer noch aus Tavernes Blanques geführt, einem 9.000-Einwohner-Ort vor den Toren von Valencia, von dem Mann, der sie 1981 seinen Eltern abkaufte.

Juan Roig gehört die Hälfte, seiner Frau Hortensia Herrero 30 Prozent, eine handelbare Aktie gibt es nicht. Das Geschäftsmodell ist ungewöhnlich schlicht und ungewöhnlich starr: dauerhaft niedrige Preise statt Aktionen, keine Kundenkarte, und Regale, die von Eigenmarken dominiert werden, Hacendado bei Lebensmitteln, Deliplus bei Kosmetik, Bosque Verde bei Reinigung, Compy bei Tiernahrung. Hergestellt wird all das von interproveedores, Industriepartnern mit langfristigen Exklusivverträgen. So kontrolliert Mercadona Kosten und Rezepturen, ohne eine einzige eigene Fabrik zu besitzen.

Die im März 2026 veröffentlichten Zahlen für 2025 waren die besten der Firmengeschichte: 41,858 Milliarden Euro Umsatz (plus 8 Prozent) und 1,729 Milliarden Euro Nettogewinn (plus 25 Prozent), bei 1.676 Filialen und 115.000 Beschäftigten. Genau in diesem Moment kündigte Roig an, das Ganze auseinanderzunehmen. Tienda 9 ist ein 3,7-Milliarden-Plan, jede Filiale um Prozesse statt um Abteilungen herum neu zu bauen, mit einer zentralen Werkstatt für die gesamte Zubereitung und deutlich mehr Fläche für Frische und Fertiggerichte. 59 Märkte werden 2026 umgestellt, das gesamte Netz bis 2033.

Außerhalb der Iberischen Halbinsel ist von alledem nichts zu sehen. Mercadona ist in Spanien und seit 2019 in Portugal aktiv und hat nie einen dritten Markt angekündigt. Die einzige dauerhafte öffentliche Kontroverse ist der Gesichtserkennungstest in 48 Filialen, der mit einem Bußgeld von 2,5 Millionen Euro endete. Quellen: Mercadona, Wikipedia, Forbes España, Merca2, FACUA, eldiario.es.

Häufige Fragen

Es ist ein nicht börsennotiertes Familienunternehmen im Besitz der Familie Roig. Juan Roig hält 50 Prozent und ist Vorstandsvorsitzender, seine Frau Hortensia Herrero 30 Prozent, sein Bruder Fernando Roig (zugleich Präsident des FC Villarreal) 9 Prozent, die Familie von Rafael Gómez Gómez die restlichen 7 Prozent. Eine Mercadona-Aktie gibt es nicht. Quelle: Wikipedia.

Sie ist spanisch, gegründet 1977 in Tavernes Blanques bei Valencia, wo bis heute die Zentrale sitzt. Francisco Roig Ballester und Trinidad Alfonso Mocholí starteten sie als kleine Metzgereikette innerhalb des familieneigenen Fleischgeschäfts. Sohn Juan Roig übernahm 1981 und machte daraus einen Supermarktkonzern. Quelle: Wikipedia.

1.676 Supermärkte im Januar 2026: 1.637 in Spanien und 39 in Portugal. In Spanien ist die Kette in allen 52 Provinzen plus Ceuta und Melilla vertreten, eine flächendeckende Präsenz, die kaum ein Wettbewerber erreicht. Portugal, seit 2019, ist der einzige Auslandsmarkt. Quelle: Wikipedia.

Hacendado ist die Lebensmittel-Eigenmarke von Mercadona und für viele Kunden der eigentliche Grund, dort einzukaufen. Daneben stehen Deliplus für Kosmetik und Körperpflege, Bosque Verde für Reinigungsmittel und Compy für Tiernahrung. Produziert wird nichts davon von Mercadona selbst, sondern von sogenannten interproveedores, spezialisierten Herstellern mit langfristigen, oft exklusiven Verträgen. Genau dieses Konstrukt hält die Preise niedrig und die Rezepturen unter Kontrolle, ohne eigene Fabriken.

Das Modell setzt auf dauerhaft niedrige Preise statt Aktionen: keine Kundenkarte, kein Wochenprospekt, kaum Mehrstückangebote, dafür ein sehr hoher Eigenmarkenanteil. Warenkorbvergleiche spanischer Verbraucherorganisationen sehen Mercadona meist unter den günstigsten Vollsortimentern, einzelne Körbe können Harddiscounter aber unterbieten. Der Preis dafür ist die Auswahl: deutlich weniger konkurrierende Marken im Regal als bei Carrefour oder Alcampo.

41,858 Milliarden Euro im Jahr 2025, ein Plus von 8 Prozent, davon 39,766 Milliarden in Spanien und 2,092 Milliarden in Portugal. Der Nettogewinn lag bei 1,729 Milliarden Euro, 25 Prozent mehr als im Vorjahr, eine Marge von 4,5 Prozent auf den Nettoumsatz und der höchste Wert der Firmengeschichte. Verkauft wurden 15,067 Milliarden Kilo-Liter, 4 Prozent mehr. Quellen: Mercadona, Segre, Catalunya Econòmica.

28,5 Prozent des spanischen Lebensmittelhandels laut den 2025er Zahlen, ein Plus von 0,6 Prozentpunkten binnen eines Jahres. Das ist rund doppelt so viel wie der nächste Wettbewerber, weshalb jede Preisentscheidung des Konzerns in Spanien als nationale Nachricht läuft. Quellen: Mercadona, Forbes España.

Das neue Filialformat, angekündigt im März 2026, mit 3,7 Milliarden Euro Investition. Die Idee: den Markt nach Prozessen statt nach Abteilungen organisieren, mit einer zentralen Werkstatt, in der geschnitten, gekocht und verpackt wird, mehr Fläche für Frische und Fertiggerichte und einem schnelleren Weg durch den Laden. 59 Supermärkte werden 2026 umgebaut, bis 2033 soll das gesamte Netz umgestellt sein. Für den Umbau schließt eine Filiale zwei Wochen bis einen Monat. Quellen: Forbes España, Merca2, Revista Mercados.

115.000, nach 5.000 neuen Stellen im Jahr 2025 (4.500 in Spanien, 500 in Portugal). Alle Beschäftigten haben unbefristete Verträge, eine Politik, an der das Unternehmen seit Jahrzehnten festhält, dazu kommt jährlich eine ergebnisabhängige Prämie. Löhne über dem Branchenschnitt und geringe Fluktuation sind ein zentraler Teil des Modells. Quellen: Mercadona, Bloomberg.

Ja, in Spanien und Portugal, über eigene Website und App. Kommissioniert wird in dedizierten Lagern, die das Unternehmen colmenas (Bienenstöcke) nennt, nicht in den Filialen. Deshalb wächst die Online-Abdeckung Stadt für Stadt statt landesweit. Mercadona kam spät in den Online-Lebensmittelhandel und baute den Betrieb 2018 komplett neu auf, statt ihn an die Märkte anzudocken.

Dafür gibt es keinerlei Anhaltspunkte. Außerhalb Spaniens ist die Kette ausschließlich in Portugal aktiv, seit 2019, mit Investitionen von über einer Milliarde Euro, darunter ein 120.000 Quadratmeter großes Logistikzentrum in Almeirim, eröffnet im Juni 2025. Pläne für Deutschland, Frankreich oder Italien wurden nie angekündigt, und das Lieferantennetz ist eng an die Iberische Halbinsel gebunden. Quelle: Wikipedia.

Am besten dokumentiert ist der Fall Gesichtserkennung. Mercadona testete in 48 Filialen ein biometrisches System, das Personen mit rechtskräftigen Näherungsverboten erkennen sollte. Die spanische Datenschutzbehörde AEPD hielt das für unverhältnismäßig, das Unternehmen zahlte 2,5 Millionen Euro Bußgeld, nachdem die Verbraucherorganisation FACUA Anzeige erstattet hatte. Kernvorwurf: Der Konzern habe Nützlichkeit mit Notwendigkeit verwechselt, Kunden hätten sich dem System nicht realistisch entziehen können. Quellen: FACUA, eldiario.es, Xataka.

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