Xavier Dupont de Ligonnès
15 Jahre nach dem Massenmord von Nantes: Xavier Dupont de Ligonnès ist noch immer flüchtig – eine Fernsehsendung befeuert neue Hoffnungen, aber harte Beweise fehlen.
Der Kontext
Am 21. April 2011 wurden in einem Haus am Boulevard Robert-Schuman in Nantes die Leichen von Agnès Dupont de Ligonnès (48) und ihren vier Kindern Arthur (20), Thomas (18), Anne (16) und Benoît (13) unter der Veranda begraben entdeckt. Alle fünf wurden mit Schüssen aus einem .22er-Gewehr in den Kopf getötet. Ehemann und Vater Xavier Dupont de Ligonnès (Jahrgang 1961) verschwand Mitte April 2011 spurlos. Seit dem 10. Mai 2011 liegt ein internationaler Haftbefehl gegen ihn vor – er gilt als Hauptverdächtiger, wurde jedoch nie verhaftet, angeklagt oder verurteilt und gilt rechtlich als unschuldig.
Sein Schicksal ist offiziell ungeklärt: Es gibt keinen verifizierten Beweis dafür, dass er lebt – oder gestorben ist. Über 1.000 Hinweise und Sichtungen aus aller Welt haben die Ermittlungen bislang ins Leere geführt. Der bekannteste Fehlalarm: Im Oktober 2019 wurde am Glasgower Flughafen ein Mann festgenommen, der ihm ähneln sollte – eine DNA-Analyse bestätigte eindeutig, dass es sich um einen Unbeteiligten namens Guy Joao handelte, der sofort freigelassen wurde.
Warum ist das Thema gerade jetzt wieder oben? Am 2. Juni 2026, rund um den 15. Jahrestag des Falls, strahlte M6 zur Primetime eine Sonderfolge von Appel à témoins (moderiert von Julien Courbet) aus. Die Sendung versprach „neue Schlüsselzeugen” und berief sich auf den pensionierten Ermittler Gilles Galloux, der von einem möglichen „Beweis für ein jüngeres Lebenszeichen” sprach. Alle diese Behauptungen stammen ausschließlich aus dem Umfeld der Sendung – sie sind nicht durch unabhängige Behörden bestätigt.
Zusätzlich kursieren seit etwa dem 13. Mai 2026 KI-generierte „gealterte” Porträts, die zeigen sollen, wie Dupont de Ligonnès heute mit 65 aussehen könnte. Diese Bilder sind algorithmische Schätzungen ohne fotografische oder ermittlungstechnische Grundlage – keine echten Fotos, keine bestätigten Abbildungen.