Antonio Rattín gestorben: warum Argentinien Trauerflor trug - und Frankreich nicht durfte
Antonio Rattín, argentinische Fußballlegende und Ikone von Boca Juniors, starb im Alter von 89 Jahren während der WM 2026. Die FIFA genehmigte Argentinien, im Viertelfinale gegen die Schweiz (12. Jul.) schwarze Trauerflorbänder zu tragen. Die FIFA hatte denselben Antrag des FFF nach dem Tod von Deschamps' Mutter abgelehnt. Kontroverse in Frankreich. Quellen: Footmercato, Watson, L'Équipe.
Der Kontext
Antonio Rattín, eine der mythischsten Figuren des argentinischen Fußballs, starb 2026 im Alter von 89 Jahren, mitten in der WM. Der defensive Mittelfeldspieler und Nationalkapitän Argentiniens in den 1960er Jahren verbrachte fast seine gesamte Vereinskarriere bei Boca Juniors. International blieb er vor allem durch einen der dramatischsten Vorfälle in der WM-Geschichte in Erinnerung: seinen umstrittenen Platzverweis im Viertelfinale 1966 gegen England in Wembley, der zur Einführung der Gelben und Roten Karte im Fußball beitrug.
Zu seinen Ehren trug die argentinische Mannschaft am 12. Juli 2026 im Viertelfinale in Kansas City schwarze Trauerflorbänder. Die FIFA genehmigte die Geste, da Rattín als direkt mit der Geschichte des Fußballs verbundene Persönlichkeit anerkannt wurde. Argentinien gewann das Spiel 2:1 nach Verlängerung mit einem Tor von Julián Álvarez in der 112. Minute.
Die FIFA-Entscheidung löste in Frankreich sofort eine hitzige Debatte aus. Bereits Wochen zuvor hatte der Französische Fußballverband (FFF) beantragt, dass die Nationalmannschaft Trauerflorbänder tragen dürfe, nachdem Nationaltrainer Didier Deschamps am 24. Juni seine Mutter verloren hatte. Die FIFA lehnte den Antrag unter Berufung auf dieselbe Regel ab, da Deschamps’ Mutter keine Fußballpersönlichkeit war. Deschamps verließ das Team kurzzeitig für die Beerdigung. Als die FIFA kurz darauf Argentinien die Genehmigung für einen anderen Fall erteilte, empfanden viele den Kontrast als erschütternd, gerade weil Deschamps, der Frankreich 14 Jahre lang trainiert hat, diese WM als seinen letzten Auftritt als Nationaltrainer absolviert.