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Kultur ▲ Heiß Trend-Score 75 · Veröffentlicht 15. Juni 2026

Why Labubu is suddenly everywhere

Labubu ist über Nacht ein Milliardengeschäft – und eine umstrittene Blind-Box-Manie, die mehr mit Glücksspiel als mit Kunst zu tun hat.

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Der Kontext

Vor zwei Jahren hätte niemand gewusst, was ein Labubu ist. Heute campen Menschen vor Pop-Mart-Filialen, Reseller verkaufen eine 20-Dollar-Figur für das Zehnfache, und das Unternehmen dahinter ist mehr wert als Spielzeughersteller mit jahrhundertealter Geschichte. Nichts davon ist ein Zufall.

Der Motor ist die Blind Box: Man weiß nicht, welche Figur drin ist, bis man sie aufreißt, und die seltenen „Secret“-Editionen sind bewusst mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 1:72 eingestreut. Das ist kein Sammeln – das ist ein Spielautomat mit Plüschauszahlung. Und es ist maßgeschneidert für Kurzvideos, in denen der Moment des Öffnens der Content ist und jedes Keuchen zehn weitere Leute zum Kauf einer Box treibt.

Dann kamen die Prominenten. Einige hochkarätige Fans clipsten die Figuren an Luxushandtaschen, die Fotos gingen viral, und ein Nischen-Kunstspielzeug wurde über Nacht zum Statusobjekt. Knappheit plus Prominenz plus ein Algorithmus, der den Unboxing-Reflex belohnt – das ist die ganze Formel, und Pop Mart spielt sie bewusst aus.

Hier ist der Teil, den der Hype verschweigt: Nichts an dem Spielzeug selbst rechtfertigt den Preis. Es ist massenproduzierter Kunststoff. Was man kauft, ist die Wette und das Angeberrecht, und die Geschichte ist nicht freundlich zu Objekten, deren Wert reine Dynamik ist. Genieß das kleine Monster, wenn es dich glücklich macht. Aber halt es nicht für eine Investition.

Häufige Fragen

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Die Kontroverse um Labubu-Puppen dreht sich um das Blind-Box-Modell, das als glücksspielähnlich kritisiert wird, sowie um die maßlosen Reseller-Preise und die Frage, ob der Hype künstlich von Prominenten und Algorithmen getrieben wird. Kritiker werfen Pop Mart vor, eine Suchtmechanik zu nutzen, die besonders junge Käufer ausbeutet.

Im Kern geht es um die Frage, ob Labubu ein harmloses Sammlerstück oder ein durch Manipulation und Knappheit künstlich aufgeblähter Trend ist. Viele sehen darin eine Blase, die bald platzen wird, ähnlich wie bei früheren Sammelhypes wie Beanie Babies oder NFTs.

Die Abneigung speist sich aus der Überzeugung, dass der Preis in keinem Verhältnis zum Materialwert steht und dass das System absichtlich süchtig macht. Zudem wird die Umweltbelastung durch massenproduzierten Plastikmüll kritisiert, und einige finden die Figuren einfach unheimlich.

Labubu ist zum modischen Accessoire geworden, vor allem durch Prominente, die die Figuren an ihre Taschen clipsten. Das machte die Plüschmonster zu einem Statussymbol, das Zugehörigkeit zu einer trendbewussten Community signalisiert.

Der Name Labubu taucht ständig auf, weil der Hype von einer Kombination aus Social-Media-Viralität, Promi-Kraft und der Spannung des Blind-Box-Öffnens angetrieben wird. Jedes unboxing-Video erzeugt neue Mundpropaganda und hält das Gespräch am Laufen.

Das Design mit hervorstehenden Zähnen und einem schelmischen Grinsen wirkt bewusst unheimlich – es spielt mit dem Trend zu „ugly cute“-Figuren. Viele empfinden die Ästhetik als verstörend, aber genau das macht sie für Fans interessant.

Diese Frage hat nichts mit Labubu zu tun. Der Trend bei Gen Z, auf BHs zu verzichten, wird oft mit Komfort, Körperpositivität und einer Ablehnung von traditionellen Schönheitsstandards begründet – ein separates kulturelles Phänomen.

Die Suchtwirkung kommt von der variablen Belohnung der Blind Box: Weil man nie weiß, welche Figur drin ist, wird das Öffnen zum Dopamin-Kick. Seltene Figuren sind mit 1:72 absichtlich knapp bemessen, was das Verlangen nach dem nächsten Kauf verstärkt – ähnlich wie Glücksspiel.

Ein einzelnes Blind-Box-Labubu kostet bei Pop Mart etwa 20 Dollar. Die Preise variieren je nach Land und Kollektion, aber der offizielle Verkaufspreis liegt meist zwischen 15 und 25 Euro oder Dollar.

Das Problem des Umdrehens betrifft vermutlich eine bestimmte Labubu-Figur. Im Handel und in Fanforen wird empfohlen, die Figur auf eine rutschfeste Unterlage zu stellen oder mit doppelseitigem Klebeband zu fixieren. Eine offizielle Lösung gibt es nicht.

Der wahre Grund für Labubu ist aus Unternehmenssicht simpel: Gewinnmaximierung durch ein sich selbst verstärkendes Verkaufsmodell. Das Blind-Box-System mit seltenen Geheimfiguren erzeugt künstliche Knappheit und maximiert die Wiederholungskäufe.

Nein, Labubu-Puppen sind nicht dämonisch. Die Behauptung stammt von einigen besorgten Eltern oder religiösen Gruppen, die das zahnige Design unheimlich finden und es fälschlicherweise mit okkulten Symbolen in Verbindung bringen. Es gibt keine seriösen Belege für solche Vorwürfe.

Für Fans symbolisiert Labubu Individualität, Spaß und die Freude am Sammeln. Kritiker sehen darin ein Symbol für Konsumexzess und manipulative Marketingstrategien. In der Popkultur steht Labubu derzeit vor allem für viralen Hype und Statussuche.

Das eigentliche Geheimnis von Labubu ist, dass der Erfolg weniger vom Produkt selbst als von seiner Inszenierung abhängt: limitierte Auflagen, algorithmusfreundliche Unboxing-Videos und die Illusion der Exklusivität treiben die Nachfrage an – nicht die Qualität der Figur.

Die seltensten Labubu-Figuren sind die „Secret“-Editionen, die mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 1 zu 72 in Blind Boxen vorkommen. Beispiele sind die goldene oder glitzernde Variante bestimmter Kollektionen. Ihre Seltenheit macht sie auf dem Sekundärmarkt extrem teuer.

Echte Labubu-Figuren von Pop Mart erkennt man an der Verpackung mit offiziellem Logo, QR-Code und Hologrammaufkleber. Die Figuren selbst haben saubere Nähte und Farben. Fälschungen sind oft verschwommen, haben billige Plastikgrate oder falsche Label. Der Kauf bei autorisierten Händlern minimiert das Risiko.

Das Hauptproblem an Labubu ist das Geschäftsmodell: Das Blind-Box-Prinzip ähnelt Glücksspiel und kann Suchtverhalten fördern, besonders bei Jugendlichen. Zudem führt der Hype zu überhöhten Wiederverkaufspreisen und einer Wegwerfkultur, die Plastikmüll produziert.

Gegen den Kauf spricht, dass man für massenproduzierten Kunststoff einen stark überhöhten Preis zahlt, der hauptsächlich der Spannung des Öffnens geschuldet ist. Das System ist darauf ausgelegt, immer wieder zu kaufen, und viele Käufer entwickeln ein ungesundes Sammelverhalten. Finanziell betrachtet ist es eine schlechte Investition.

Wahr oder falsch?

5 Gerüchte im Faktencheck, mit Quellen
Wahr
Gefälschte Labubus sind ein echtes Problem.

Ja, Fälschungen mit dem Spitznamen 'Lafufu' sind überall; britische Behörden beschlagnahmten Fälschungen im Wert von rund 3,5 Millionen Pfund. (Today, Campaign)

Wahr
Am Gebiss erkennt man ein echtes Exemplar.

Stimmt: Ein echter Labubu hat genau neun Zähne, dazu ein Pop-Mart-Logo unter dem Fuß. (Parade)

Falsch
Die Wiederverkaufspreise steigen nur.

Nein. Da Pop Mart die Produktion etwa verzehnfachte, fielen die Wiederverkaufspreise um über 50%, manche unter den Ladenpreis. (Campaign)

Wahr
Lisa von Blackpink ist Fan.

Ja, sie ist seit Langem Pop-Mart-Fan und befeuerte den Hype mit. (Today)

Unbestätigt
Die Labubu-Blase ist geplatzt.

Umstritten. Es ist von 'Peak Labubu' und sinkendem Wiederverkauf die Rede, aber die Nachfrage besteht weiter: eher abkühlend als tot.

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