Hantavirus
Ein Kreuzfahrtschiff, 13 Infizierte, 3 Tote – der Andes-Hantavirus-Ausbruch auf der MV Hondius alarmiert die WHO und zeigt, wie gefährlich der einzige Mensch-zu-Mensch-übertragbare Hantavirus-Stamm ist.
Der Kontext
Warum Hantavirus gerade in aller Munde ist
Am 1. April 2026 verließ das Expeditionsschiff MV Hondius den argentinischen Hafen Ushuaia – mit 147 Menschen aus 23 Ländern an Bord. Die Route führte über die Antarktis, Südgeorgien und Tristan da Cunha. Was als Abenteuerreise begann, endete als internationaler Gesundheitsnotfall: Am 2. Mai 2026 meldete die WHO einen Ausbruch des Andes-Hantavirus, der direkt mit dem Schiff in Verbindung gebracht wird.
Stand 26. Mai 2026: 13 Fälle (11 bestätigt, 2 wahrscheinlich), mindestens 3 Todesfälle. Die US-amerikanische CDC repatriierte 18 Personen zur Quarantäne in die Nebraska Quarantine Unit. Der Fall ist deshalb besonders brisant, weil der Andes-Virus der einzige bekannte Hantavirus-Stamm ist, der von Mensch zu Mensch übertragen werden kann – wenn auch selten und nur bei engem Kontakt.
Hantaviren sind sonst klassische Zoonosen: Der Mensch infiziert sich über Nagetiere – deren Speichel, Urin oder Kot, nicht durch direkten Biss allein. In Deutschland ist vor allem der Puumala-Virus verbreitet, übertragen durch die Rötelmaus. Globale Aufmerksamkeit erregt jetzt jedoch der Andes-Stamm aus Südamerika, der eine deutlich höhere Sterblichkeitsrate hat.
Die WHO und nationale Gesundheitsbehörden betonen: Das allgemeine Risiko für die Bevölkerung ist sehr gering. Wer keinen Kontakt zu Nagetieren oder zu infizierten Personen hatte, muss sich keine Sorgen machen. Wer Symptome nach potenziellem Kontakt bemerkt, sollte jedoch umgehend ärztlichen Rat suchen – nicht selbst diagnostizieren.