Renault
Renault ist Frankreichs nationaler Autobauer: teils vom Staat gestützt, von Dacias Gewinnen gerettet und zuletzt von einem retro-elektrischen Kleinwagen wiederbelebt, den niemand kommen sah.
Renault: Frankreichs nationaler Autobauer, unverwüstlich aus Notwendigkeit ebenso wie aus Ingenieurskunst.
Renault ist das automobile Frankreich im vollen Sinne: 1899 in Paris von den Brüdern Renault gegründet, nach dem Zweiten Weltkrieg verstaatlicht, bis heute teilweise im Besitz des Staates und tief in die industrielle Identität des Landes verwoben. Die Marke verkauft rund zwei Millionen Fahrzeuge pro Jahr, vor allem in Europa, Lateinamerika und Nordafrika, unter den Marken Renault, Dacia und Alpine. Sie ist kein globaler Gigant wie Toyota oder Volkswagen, doch in ihren Kernmärkten ist sie ein Schwergewicht.
Menschen suchen Renault aus einigen wiederkehrenden Gründen: um zu wissen, ob die Marke zuverlässig ist, um ihre komplizierte Eigentümerstruktur zu entwirren (der französische Staat, Nissan, die berühmte Allianz) und zunehmend, um etwas über den überraschenden Elektroerfolg zu erfahren, den retro-gestylten Renault 5 E-Tech. Die Geschichte der Marke ist derzeit eine Sanierungsgeschichte: aus einer Beinahe-Krise 2020 heraus zum glaubwürdigen Elektro-Anbieter 2025.
Das ehrliche Bild ist dort gemischt, wo es zählt. Renaults Zuverlässigkeit ist solide, aber nicht klassenführend: deutlich über den italienischen und manchen amerikanischen Marken, aber hinter den Japanern und Koreanern. Die günstige, bodenständige Tochter Dacia erwirtschaftet still Gewinne, die Submarke Alpine jagt Glamour und der Formel 1 hinterher, und die eigentliche Renault-Palette konkurriert über Wert und Komfort statt über kompromisslose Zuverlässigkeit. Die Beschwerden häufen sich bei der komplexen Technik, nicht bei der Basismechanik.
Die Allianz mit Nissan, lange das prägende Merkmal von Renault, wurde gezielt entschärft. Die Neuausrichtung 2023 reduzierte Renaults kontrollierende 43-Prozent-Beteiligung an Nissan auf ausgewogene 15% und beendete eine Ära der Reibungen, die im Fall Carlos Ghosn gipfelte. Die Führung wechselte 2025: Sanierungsarchitekt Luca de Meo ging zu Kering, der langjährige Insider Francois Provost übernahm das Steuer. Für Käufer lautet das Fazit schlicht: Renault ist 2026 eine wettbewerbsfähige europäische Marke mit einer wirklich guten Elektropalette, in den USA nicht erhältlich und am besten Modell für Modell zu beurteilen statt allein nach dem Ruf.