Red Bull
Red Bull verkauft kein Getränk, es verkauft eine Identität, und das zu einem Preis, der weit über dem Inhalt der Dose liegt.
Red Bull wurde 1987 von Dietrich Mateschitz und dem Thailänder Chaleo Yoovidhya auf Basis des asiatischen Energydrinks Krating Daeng gegründet. Das österreichische Unternehmen ist heute der meistverkaufte Energydrink der Welt, mit über 12 Milliarden verkauften Dosen pro Jahr. Die Marke ist privat gehalten, nicht börsennotiert, und damit finanziell so transparent wie ein Kühlschrankmagnet.
Genau das macht Red Bull für Konsumenten und Kritiker gleichermaßen faszinierend: Man weiß, was drin ist (Koffein, Taurin, Zucker, B-Vitamine), aber was das Unternehmen wirklich verdient, wie die Eigentümerstruktur aussieht und wer die Fäden zieht, bleibt offiziell nebulös. Fragen zu Gesundheit, Preis und Besitzverhältnissen dominieren deshalb die Suchanfragen.
Seit dem Tod von Dietrich Mateschitz im Oktober 2022 ist auch die Nachfolge ein heißes Thema. Sein Sohn Mark Mateschitz hat das Erbe angetreten, und damit eines der wertvollsten privaten Unternehmensimperien Europas. Die Marke steht unter Dauerbeschuss: von Gesundheitsbehörden, Verbraucherschützern und Gerichten, und hält trotzdem jede Menge Marktmacht.
Red Bull ist längst mehr als ein Getränk: Es ist Sponsor von Formel-1-Teams, Fußballklubs (RB Leipzig, Red Bull Salzburg), Extremsportevents und einem eigenen Medienuniversum. Das Marketingbudget verschlingt rund ein Drittel des Umsatzes, ein Verhältnis, das erklärt, warum die Dose so viel kostet und trotzdem so wenig im Glas ist.