Nestle
Nestlé ist der größte Lebensmittelkonzern der Welt – und gleichzeitig einer der meistgehassten.
Nestlé, gegründet 1866 in der Schweiz, ist kein gewöhnliches Unternehmen: Es ist ein Imperium. Mit einem Jahresumsatz von rund 93 Milliarden Schweizer Franken (2023) und über 2.000 Marken in fast allen Lebensmittelkategorien ist Nestlé das mit Abstand größte Nahrungsmittelunternehmen der Erde. Vom Säuglingsnahrung bis zum Tierfutter, von Mineralwasser bis Schokolade – kaum ein Einkaufswagen in der westlichen Welt kommt ohne ein Nestlé-Produkt nach Hause.
Doch die Marke steht seit Jahrzehnten im Kreuzfeuer. Der Skandal um das aggressive Marketing von Säuglingsnahrung in Entwicklungsländern in den 1970ern gilt als einer der größten Unternehmens-PR-Desaster der Geschichte und ist bis heute nicht vergessen. Hinzu kommen Vorwürfe rund um Wasserrechte, Kinderarbeit in der Kakaoproduktion und fragwürdige Ernährungsstandards in Schwellenländern.
Genau deshalb suchen so viele Menschen nach Nestlé: nicht weil sie Fan sind, sondern weil sie wissen wollen, wem sie ihr Geld geben – und ob sie es besser lassen sollten. Die Fragen drehen sich um Eigentümerschaft, Boykotte, Marken und Macht.
Als börsennotiertes Unternehmen an der Schweizer Börse (SIX) gehört Nestlé formal seinen Aktionären. Aber wer das wirklich ist, wie viel Macht einzelne Investoren haben, und warum der Konzern trotz allem weiter wächst – das sind die Fragen, die dieser Artikel beantwortet.