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Five Guys

Five Guys verkauft Burger zum Steakhouse-Preis – und erklärt nie wirklich, warum.

By · datastats · Aktualisiert 4. Juni 2026
Five Guys
Bobak Ha'Eri · CC BY 3.0

Five Guys ist eine amerikanische Burgerkette, die 1986 von Jerry Murrell und seinen Söhnen in Arlington, Virginia, gegründet wurde. Das Konzept: keine Tiefkühlware, frisch gemachte Patties, freie Topping-Wahl – und ein Preis, der im Fast-Food-Vergleich regelmäßig Schlagzeilen macht. Heute betreibt die Kette über 1.700 Standorte weltweit, darunter zahlreiche in Europa.

In Deutschland kam Five Guys 2020 an und expandierte schnell – doch genau so schnell häuften sich die Fragen. Nicht über die Qualität, sondern über die Kasse: Ein klassisches Burger-Menü kann locker 20 Euro und mehr kosten, in teuren Innenstadtlagen sogar deutlich drüber. Das befeuert Diskussionen in sozialen Medien und landet als Suchbegriff zigfach täglich bei Google.

Was die Leute wirklich wissen wollen, sagt viel über das Verhältnis zwischen Fast Food und Geldbeutel aus: Ist das Essen den Preis wert? Warum schließen Filialen? Ist das Geschäftsmodell in Deutschland gescheitert? Five Guys selbst kommuniziert dazu kaum – die Antworten kommen aus Recherchen, Berichten und den nackten Zahlen.

Diese Seite stellt die Fragen, die die Marke selbst nicht beantwortet.

Häufige Fragen

Ja, schon von Anfang an war Five Guys kein Schnäppchen. Die Kette hat sich bewusst nicht als klassisches Fast Food positioniert, sondern als „Better Burger"-Konzept mit frischen Zutaten und höheren Rohstoffkosten. Der Preisunterschied zu McDonald's & Co. ist kein Versehen – er ist Strategie.

Five Guys verzichtet konsequent auf Tiefkühlware, betreibt keine Fritteusen für Hähnchen oder Fisch und nutzt ausschließlich frisch gewolftes Rindfleisch – das kostet mehr in der Produktion. Hinzu kommen teure Innenstadtlagen, hohe Pachtkosten und das Franchise-Modell, das Betreiber unter Druck setzt. Das Ergebnis landet direkt auf der Speisekarte.

Das hängt davon ab, wie man „Fast Food" definiert. Unter den globalen Ketten gilt Five Guys regelmäßig als eines der teuersten Konzepte im Segment. Spezielle Luxusburger wie der „Golden Boy" des niederländischen Restaurants De Daltons oder diverse Trüffel-Burger aus New York kosten dreistellige Beträge – das ist aber eher Eventgastronomie als Fast Food.

In verschiedenen US-amerikanischen Verbraucherumfragen, darunter dem ACSI (American Customer Satisfaction Index), landet McDonald's regelmäßig am Ende der Zufriedenheitsskala unter den großen Burgerketten. In Deutschland schneidet Burger King in Qualitätsbewertungen häufig schlechter ab als Konkurrenten. Five Guys dagegen gehört in Kundenzufriedenheitsstudien meist zu den Spitzenreitern – was den hohen Preis nicht rechtfertigt, aber erklärt, warum die Marke trotzdem Fans hat.

Five Guys hat in Deutschland nicht flächendeckend geschlossen, aber einzelne Standorte wurden aufgegeben – darunter mehrere in Städten, in denen die Nachfrage den hohen Kostenapparat nicht tragen konnte. Der Preis ist das Kernproblem: In einem Land mit gewachsener Döner- und Discounterkultur ist ein 18-Euro-Burger für viele schlicht keine Alltagsoption. Betreiber mit ungünstigen Standorten oder Mietverträgen gerieten schnell in die Klemme.

Der "Triple Bypass Burger" des Heart Attack Grill in Las Vegas ist symbolisch der extremste – über 3.000 Kalorien, offen als Herzinfarkt-Werbung vermarktet. Im Mainstream-Segment gilt der „Baconator Triple" von Wendy's mit über 1.300 Kalorien als einer der kalorienreichsten regulären Burger. Five Guys' eigener „Bacon Cheeseburger" (mit allen Toppings) kommt laut Eigenangaben auf über 1.000 Kalorien – kein Leichtgewicht.

Preis, Geschwindigkeit, soziale Komponente: Fast Food passt zum Rhythmus junger Leute ohne großes Kochbudget. Die Kombination aus Salz, Fett und Zucker spricht das Belohnungssystem im Gehirn direkt an – das ist keine Meinung, sondern gut belegte Neurologie. Dazu kommt der Markenstatus: McDonald's, Five Guys oder KFC sind Teil von Jugendkultur und Social-Media-Ästhetik.

Kurze Antwort: weil das Geschäftsmodell es so verlangt. Keine gefrorenen Zutaten, kein Fließband-Fleisch, dafür teure Mieten in A-Lagen und Franchisegebühren. Five Guys baut seinen Markenmythos darauf auf, kein gewöhnliches Fast Food zu sein – und lässt sich diesen Mythos auf der Quittung bestätigen.

Nein. Five Guys als globales Unternehmen ist nicht insolvent. Die Kette betreibt weltweit über 1.700 Standorte und wächst weiter, besonders in Europa und im Nahen Osten. Einzelne Franchisenehmer können und mussten Filialen schließen – das ist aber normale Marktbereinigung, keine Unternehmenspleite.

Ja, gemessen am Fast-Food-Markt eindeutig. Ein Burger-Menü mit Pommes und Getränk kostet in Deutschland oft zwischen 18 und 25 Euro – das liegt deutlich über McDonald's oder Burger King und auf dem Niveau vieler Restaurantküchen. Five Guys selbst würde das „Qualitätspreis" nennen. Kritiker nennen es schlicht überteuert.

Nein, Five Guys Deutschland ist nicht insolvent. Es gibt aber dokumentierte Standortschließungen, weil einzelne Franchisenehmer die Kombination aus hohen Mieten, niedrigen Frequenzen und knappen Margen nicht überlebt haben. Die Marke ist weiterhin in Deutschland aktiv, aber deutlich vorsichtiger bei der Expansion als noch 2021/2022.

Das Versprechen ist einfach: frisches Fleisch, keine Mikrowelle, über 250.000 mögliche Topping-Kombinationen, Erdnüsse umsonst beim Warten. Was Five Guys von der Masse abhebt, ist die konsequente Verweigerung des klassischen Fast-Food-Systems – kein Drive-through, keine Werbepakete, kein Frühstücksmenü. Ob das den Preis rechtfertigt, muss jeder selbst entscheiden.

„Scheitert" ist zu pauschal – aber das Modell hat in Deutschland strukturelle Probleme. Deutsche Konsumenten sind preissensibel, der Markt ist dicht besetzt, und der Kultfaktor aus den USA lässt sich nicht 1:1 importieren. Wo Five Guys in Touristenzentren und Großstadtmeilen funktioniert, kämpfen Standorte abseits dieser Hotspots gegen die nackte Mathematik aus hohen Fixkosten und zu wenig Laufkundschaft.

Gründer Jerry Murrell und seine fünf Söhne – daher der Name. Die Familie hält weiterhin die Kontrolle über das Unternehmen, das privat geführt wird und keine Börsennotierung hat. Das bedeutet: keine öffentlichen Quartalszahlen, keine Transparenzpflichten, wenig Einblick in die tatsächliche Finanzlage. Die Murrells machen das bewusst so.

Ja, deutlich. Während ein McDonald's-Menü in Deutschland bei etwa 8 bis 12 Euro liegt, zahlt man bei Five Guys für ein vergleichbares Menü 18 bis 25 Euro – teils mehr. Das ist kein kleiner Aufschlag, sondern ein anderes Preissegment. Five Guys konkurriert preislich eher mit Restaurantessen als mit klassischem Fast Food.

Five Guys bietet zwei Pommes-Varianten: klassisch und „Cajun Style" mit Gewürzen. Was auffällt: die schiere Menge – eine Portion ist für deutsche Verhältnisse großzügig, weil Franchisebetreiber traditionell etwas dazuschütten. Die Kartoffeln kommen laut Unternehmensangaben frisch, werden zweimal frittiert und in Erdnussöl gegart. Klingt gut – kostet aber auch entsprechend.

Ein Softdrink kostet bei Five Guys in Deutschland in der Regel zwischen 3,50 und 5 Euro – je nach Standort und Größe. Dafür gibt es meist Selbstbedienung an einem Freestyle-Automaten mit zahlreichen Geschmacksoptionen. Im Menüpreis ist das Getränk oft inbegriffen, was den Einzelpreis kaschiert.

Weil regelmäßiger Fast-Food-Konsum mit erhöhtem Risiko für Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht wird – das ist kein Ernährungsguru-Alarm, sondern Konsens in der Fachliteratur. Hoher Salzgehalt, gesättigte Fette, Zucker und wenig Ballaststoffe sind die Hauptkritikpunkte. Gelegentlich ist es für die meisten Menschen kein Problem; die Frage ist immer die Frequenz.

Five Guys steckt in einem Identitätsproblem: zu teuer für spontane Fast-Food-Besuche, zu simpel für ein echtes Restauranterlebnis. In Deutschland häufen sich Filialschließungen, die Öffentlichkeit diskutiert den Preis-Leistungs-Wert lautstark, und das Unternehmen schweigt dazu weitgehend. Die Marke lebt von ihrem Mythos – und der bröckelt gerade ein wenig.

Kurzfristig aktiviert Fast Food das Dopaminsystem – fett, salzig, süß wirkt wie eine kleine Belohnungsschleife im Gehirn. Langfristig zeigen Studien Zusammenhänge zwischen häufigem Fast-Food-Konsum und erhöhtem Risiko für Depressionen und Angstzustände, wobei unklar bleibt, ob Fast Food die Ursache oder Bewältigungsmechanismus ist. Was klar ist: das Geschäftsmodell dieser Ketten basiert darauf, dass man wiederkommt – und die Neurochemie hilft dabei.

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