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easyJet verkauft günstige Tickets – aber was dahinter steckt, wie sicher die Airline wirklich ist und warum Flüge plötzlich gestrichen werden, sagt die Marketingabteilung lieber nicht laut.

By · datastats · Aktualisiert 4. Juni 2026
easyJet
ERIC SALARD · CC BY-SA 2.0

easyJet: Der Orange-Riese unter den europäischen Billigfliegern

easyJet ist eine britische Billigfluggesellschaft, gegründet 1995 von Stelios Haji-Ioannou, mit Hauptsitz in Luton, England. Die Airline bedient heute über 1.000 Routen in mehr als 35 Ländern und zählt zu den größten Billigfliegern Europas – direkt hinter Ryanair. Das Geschäftsmodell ist simpel: niedrige Grundpreise, Aufpreise für alles andere.

Was die Airline still hält: die wahren Kosten eines „günstigen” Tickets, die Hintergründe massenhafter Flugstreichungen und die oft unbequeme Realität des Kundenservices. Genau das suchen Nutzer bei Google – nicht den Imagetext von der easyJet-Homepage.

In Deutschland ist easyJet besonders präsent an den Berliner Flughäfen, früher auch stark in München, Frankfurt und Dresden. Nach der Pandemie hat die Airline ihr Streckennetz in Deutschland massiv umgebaut – mit spürbaren Folgen für Fluggäste, die sich plötzlich ohne direkte Verbindungen wiederfanden.

Die Fragen, die Menschen wirklich stellen, drehen sich um Sicherheit, Insolvenzrisiken, Streichungen und darum, wer bei Problemen eigentlich haftet. Dieser Artikel beantwortet genau das – ohne PR-Filter.

Häufige Fragen

Laut dem unabhängigen Bewertungsportal AirlineRatings.com gehören Airlines wie Qantas, Air New Zealand, Singapore Airlines, Emirates, Alaska Airlines, TAP Air Portugal, Virgin Australia, Hawaiian Airlines, Finnair und Cathay Pacific regelmäßig zu den sichersten der Welt. Die Bewertung basiert auf Faktoren wie Unfallhistorie, Flottenalter und Sicherheitsaudits. easyJet taucht in diesen Top-10-Listen typischerweise nicht auf – was aber nicht automatisch bedeutet, dass die Airline unsicher ist, sondern dass Premiumcarrier schlicht besser abschneiden.

Nach den gängigen Sicherheitsbewertungen schneidet British Airways besser ab als easyJet – BA gehört regelmäßig zu den Top-bewerteten europäischen Airlines, easyJet nicht. Beide Fluggesellschaften operieren jedoch legal nach denselben strengen EU- und UK-Luftfahrtvorschriften, und easyJet hatte keine schweren Crashs in seiner Geschichte. Der Unterschied liegt eher in der Sicherheitskultur, Flottenalter und Audit-Ergebnissen als in einem dramatischen Gap.

Ja – easyJet ist nach allen gängigen Maßstäben eine sichere Fluglinie. Die Airline hat in ihrer fast 30-jährigen Geschichte keinen tödlichen Flugunfall mit Passagieren verzeichnet. Sie unterliegt den Aufsichtsbehörden der EASA sowie der britischen CAA und erfüllt alle vorgeschriebenen Sicherheitsstandards. Wer absolute Spitzenbewertungen bei unabhängigen Sicherheits-Rankings sucht, findet sie bei anderen Carriern – aber „unsicher" ist easyJet definitiv nicht.

Ja – easyJet ist per Definition ein Low-Cost-Carrier, auch wenn die Airline selbst lieber von „günstigem Reisen" spricht. Das Geschäftsmodell basiert auf niedrigen Basispreisen und Zusatzgebühren für Gepäck, Sitzplatzwahl und Bordverpflegung. Wer all das einrechnet, zahlt oft deutlich mehr als gedacht – und landet preislich nicht weit von manchen Netzwerk-Airlines entfernt.

In jüngerer Vergangenheit haben mehrere europäische Airlines Insolvenz angemeldet: Germania (2019), Thomas Cook Airlines (2019) und Air Berlin (2017) sind prominente Beispiele aus dem deutschsprachigen Raum. easyJet ist davon nicht betroffen – die Airline ist börsennotiert und operativ aktiv, wenngleich die Pandemiejahre 2020–2022 zu massiven Verlusten geführt haben. Wer aktuell pleite ist, sollte vor einer Buchung kurz die News checken, da sich das schnell ändern kann.

Ryanair ist deutlich größer als easyJet. Ryanair befördert jährlich über 180 Millionen Passagiere und betreibt eine Flotte von mehr als 500 Boeing-737-Jets – damit ist sie die größte Billigfluggesellschaft Europas und eine der größten Airlines weltweit. easyJet kommt auf rund 80–90 Millionen Passagiere pro Jahr und eine Flotte von etwa 300 Airbus-Maschinen. Kein direkter Vergleich.

Lufthansa hat mit Eurowings seinen eigenen Low-Cost-Carrier. Eurowings entstand aus der früheren Germanwings und operiert heute eigenständig unter dem Dach des Lufthansa-Konzerns. Darüber hinaus gehören zur Gruppe auch Austrian Airlines und Swiss – keine klassischen Billigflieger, aber günstig positioniert. easyJet hat mit Lufthansa nichts zu tun.

easyJet fliegt von deutschen, österreichischen und Schweizer Airports aus zu über 150 Destinationen in Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten. Beliebte Ziele sind London, Barcelona, Amsterdam, Lissabon, Paris, Malaga, Palma de Mallorca, Nizza und Edinburgh. Das Streckennetz ist auf Kurzstrecken und Mittelstrecken fokussiert – Langstrecken gibt es nicht.

Am Berliner Flughafen BER (Berlin Brandenburg) ist easyJet die größte Airline und operiert von Terminal 1. Von BER aus fliegt easyJet zahlreiche europäische Ziele an, darunter London Gatwick/Luton, Amsterdam, Paris, Barcelona, Palma de Mallorca, Lissabon, Rom, Wien und viele weitere. BER ist de facto easyJets wichtigster Standort in Deutschland.

easyJet fliegt am Flughafen München (MUC) von Terminal 2 ab. Das Angebot in München ist deutlich schmaler als in Berlin – easyJet hat seinen deutschen Schwerpunkt klar nach BER verlagert. Es gibt einige Verbindungen zu europäischen Zielen, aber wer in München die volle easyJet-Routenvielfalt erwartet, wird enttäuscht.

In Frankfurt (FRA) hat easyJet eine sehr begrenzte Präsenz. Die Airline bietet am größten deutschen Flughafen nur ein Handvoll Routen an und ist dort kein bedeutender Player – Frankfurt ist fest in der Hand der Lufthansa-Gruppe. Wer easyJet fliegen will, ist in Berlin deutlich besser aufgehoben.

easyJet hat seine Basis in Wien (VIE) 2021 geschlossen und danach das Streckennetz von Wien massiv reduziert. Der Hintergrund: Österreich hat während der Pandemie Staatshilfen an die AUA (Austrian Airlines) geknüpft – mit der Auflage, dass AUA Strecken übernimmt und günstige Tickets anbietet, was den Wettbewerb für easyJet unattraktiver machte. Hinzu kamen hausgemachte Kostenfragen. Wien ist für easyJet heute kein strategischer Kernmarkt mehr.

easyJet strich in den Jahren 2022 und 2023 massenhaft Flüge – offiziell wegen Personalmangels, Fluglotsenstreiks und operativer Engpässe nach der Pandemie. Die unbequeme Wahrheit: wie viele Airlines hatte easyJet in der Pandemie Personal entlassen und danach Probleme, genug ausgebildete Crews rechtzeitig zurückzuholen. Betroffene Passagiere haben bei Annullierungen Anspruch auf Entschädigung nach EU-Verordnung EC 261/2004 – easyJet muss zahlen, tut es aber nicht immer von selbst.

easyJet hat Dresden (DRS) aufgegeben, weil der Flughafen schlicht zu klein und zu wenig profitabel war. Das Passagieraufkommen in Dresden rechtfertigte für easyJet keine eigene Basis, besonders nach der Pandemie, als die Airline ihre Ressourcen auf stärkere Märkte wie Berlin konzentrierte. Dresden ist damit ein Opfer der easyJet-Konsolidierungsstrategie – kein Einzelfall in Deutschland.

easyJet fliegt sehr wohl noch – aber das Streckennetz in Deutschland ist seit der Pandemie deutlich geschrumpft. Basen in Dresden und anderen deutschen Städten wurden geschlossen, Frequenzen reduziert. Wer eine bestimmte Route vermisst, liegt damit, dass easyJet strukturell auf Profitabilität je Route setzt und unprofitable Verbindungen ohne Vorwarnung einstellt. Das ist Low-Cost-Logik, keine Ausnahme.

Das Basisticket klingt günstig, aber easyJet verdient das echte Geld durch Add-ons: Aufgabegepäck, Handgepäck über dem Mindestmaß, Sitzplatzreservierung, Prioritäts-Boarding, flexible Umbuchung – all das kostet extra. Wer alle realistischen Extras einrechnet, zahlt oft 40–80 % mehr als der beworbene Preis. Hinzu kommen dynamische Preise: je später die Buchung, desto höher der Ticketpreis. Das ist kein Bug, das ist das Geschäftsmodell.

Wenn ein konkreter easyJet-Flug nicht stattfindet, sind die häufigsten Ursachen: Wetterprobleme, Streiks (Piloten, Fluglotsen oder Bodenpersonal), technische Defekte oder operative Engpässe. easyJet kommuniziert Annullierungen oft kurzfristig – Passagiere erfahren es gerne per App-Benachrichtigung Stunden vor Abflug. Bei Annullierung besteht nach EU-Recht Anspruch auf Rückerstattung oder Umbuchung sowie ggf. Entschädigung.

Sort of – es kommt darauf an, was man erwartet. Für pünktliche Punkt-zu-Punkt-Flüge ohne Schnickschnack ist easyJet akzeptabel. Für Komfort, Service, Zuverlässigkeit bei Problemen und transparente Preise gibt es bessere Optionen. In Kundenzufriedenheitsumfragen landet easyJet regelmäßig im Mittelfeld – klar vor Ryanair, aber weit hinter Full-Service-Carriern. Wer weiß, was er kauft, ist okay; wer Überraschungen hasst, sollte den Kleingedruckten lesen.

easyJet wurde 1995 von Stelios Haji-Ioannou gegründet, einem britisch-zyprischen Unternehmer, der heute noch größter Einzelaktionär ist – mit einem Anteil von etwa 15–16 %. Die Airline ist seit 2000 an der Londoner Börse notiert (LSE: EZJ) und damit im Streubesitz vieler institutioneller Investoren. Stelios und das Management haben sich in der Vergangenheit öffentlich lautstark gestritten – über Dividenden, Wachstumsstrategie und Flugzeugbestellungen.

Nein – easyJet hat mit Lufthansa absolut nichts zu tun. easyJet ist ein eigenständig börsennotiertes britisches Unternehmen mit Sitz in Luton. Der Billigflieger von Lufthansa heißt Eurowings. Die Verwechslung passiert vielleicht, weil beide in Deutschland aktiv sind – aber wirtschaftlich, organisatorisch und strategisch sind das komplett separate Unternehmen.

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