Alan Greenspan
Alan Greenspan, der 13. Vorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve, starb am 22. Juni 2026 im Alter von 100 Jahren. Er leitete die Fed fast 19 Jahre lang unter vier Präsidenten und prägte die Weltwirtschaft vom Dot-com-Boom bis zur Finanzkrise 2008.
Alan Greenspan war der 13. Vorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve und eine der einflussreichsten Wirtschaftspersönlichkeiten des späten 20. Jahrhunderts. Er starb am 22. Juni 2026 im Alter von 100 Jahren an den Folgen seiner Parkinson-Erkrankung. Seine Ehefrau, die NBC-Journalistin Andrea Mitchell, gab seinen Tod bekannt.
Greenspan wurde am 6. März 1926 im New Yorker Stadtteil Washington Heights geboren und wuchs während der Großen Depression auf. Als junger Mann hatte er eine musische Ader: Er studierte Klarinette an der Juilliard School (1943–44) und spielte gemeinsam mit Jazzmusikern wie Stan Getz, bevor er sich vollständig der Wirtschaftswissenschaft zuwandte. Er schloss sein Studium an der NYU Stern School of Business 1948 mit einem Bachelor summa cum laude ab, erwarb 1950 einen Master und promovierte 1977 an der NYU zum Doktor der Wirtschaftswissenschaften. 1954 gründete er die Wirtschaftsberatungsfirma Townsend-Greenspan & Co. mit, die zur Basis seiner jahrzehntelangen Politikberatung wurde.
Seine Ernennung zum Fed-Vorsitzenden durch Präsident Ronald Reagan im August 1987 fiel mit dem Schwarzen Montag zusammen, dem damals größten Tageseinbruch der US-Börsengeschichte. Über 18 Jahre hinweg leitete er die Fed durch eine der längsten wirtschaftlichen Aufschwungphasen der amerikanischen Geschichte (1991–2001), den Zusammenbruch der Dot-com-Blase und die wirtschaftliche Erholung nach dem 11. September. Das Time Magazine nannte ihn im Jahr 2000 Teil des Komitees zur Rettung der Welt. Sein Erbe wurde nach 2008 komplexer: Die Immobilienblase und die globale Finanzkrise, die nach seinem Abgang ausbrach, warfen die Frage auf, ob seine Niedrigzinspolitik und sein Widerstand gegen Finanzmarktregulierung mitverantwortlich waren. Im Oktober 2008 räumte er vor dem Kongress einen fundamentalen Fehler in seiner Ideologie ein, ein für einen ehemaligen Spitzenfunktionär außergewöhnlich offenes Eingeständnis. Er hinterlässt seine Ehefrau Andrea Mitchell.