Under Armour
Under Armour ist die amerikanische Sportmarke, die Nike einmal erschreckt hat – und jetzt kämpft sie darum, relevant zu bleiben.
Under Armour wurde 1996 in Baltimore von Kevin Plank gegründet und hat die Sportwelt mit einem einzigen Produkt revolutioniert: einem schweißableitenden Kompressionsshirt, das Baumwolle aus der Umkleide verbannte. Die Marke wuchs rasant, wurde zum Symbol amerikanischer Leistungsmentalität und holte sich Athleten wie Stephen Curry und die US-Nationalteams ins Boot.
Doch hinter dem martialischen Image brodelt es. In den 2010er-Jahren geriet Under Armour wegen eines toxischen Firmenkultur-Berichts, einer SEC-Untersuchung wegen Umsatz-Bilanzierungspraktiken und dem öffentlichkeitswirksamen Abgang von Gründer Plank unter Druck. Diese Geschichten sucht man auf der eigenen Website vergeblich.
Heute steht Under Armour genau zwischen den Stühlen: zu teuer für Fast-Fashion-Sportler, zu uncool für die Streetwear-Generation, zu klein für Nike und Adidas. Das erklärt, warum so viele Menschen die Marke googeln – und warum die Antworten selten schmeichelhaft sind.
Trotzdem ist Under Armour technisch stark. Performance-Gewebe, durchdachte Passformen und eine loyale Kernzielgruppe aus ernsthaften Sportlern sichern der Marke weiterhin einen festen Platz im Markt – auch wenn der Glanz der Hochphase um 2015 verblasst ist.