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Telegram vermarktet sich als die sichere WhatsApp-Alternative – doch hinter dem Freiheits-Image steckt eine Geschichte voller Widersprüche, Verbote und unbequemer Wahrheiten.

By · datastats · Aktualisiert 4. Juni 2026
Telegram
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Telegram ist ein Cloud-basierter Instant-Messenger, der 2013 von den russisch-deutschen Unternehmern Pavel und Nikolai Durov gegründet wurde. Die App wirbt mit Datenschutz, Geschwindigkeit und Freiheit – und hat weltweit über 900 Millionen aktive Nutzer, Tendenz steigend.

Der Hype um Telegram speist sich vor allem aus der Unzufriedenheit mit WhatsApp und Meta: Keine Werbung, keine offensichtliche Konzernmutter, keine Telefonnummernpflicht für Gruppen – so lautet das Versprechen. Doch die Realität ist komplizierter. Telegram ist nicht standardmäßig Ende-zu-Ende-verschlüsselt, was viele Nutzer nicht wissen.

Gleichzeitig ist die Plattform zum bevorzugten Kanal für politische Bewegungen, Whistleblower, aber auch für kriminelle Netzwerke, Desinformationskampagnen und den Handel mit illegalen Inhalten geworden. Das hat Behörden weltweit auf den Plan gerufen.

Gründer Pavel Durov selbst ist keine unumstrittene Figur: Er wurde im August 2024 in Frankreich festgenommen, was die Diskussion über Telegramms Moderationspraktiken und die Verantwortung von Plattformbetreibern neu entfachte. Das Unternehmen hat seinen Sitz formell in Dubai – eine Entscheidung, die wenig dem Zufall überlassen wurde.

Wer Telegram nutzt, sollte wissen, womit er es wirklich zu tun hat: einem mächtigen, kaum regulierten Kommunikationswerkzeug, das je nach Nutzung Befreiung oder Einfallstor für ernste Risiken sein kann.

Häufige Fragen

Sort of – aber nicht auf die Art, wie Telegram es behauptet. WhatsApp verschlüsselt alle privaten Chats standardmäßig Ende-zu-Ende; Telegram tut das nur in sogenannten „Geheimen Chats" – normale Gruppen- und Cloud-Chats laufen über Telegramms eigene Server und sind dort theoretisch einsehbar. Dafür sammelt Telegram deutlich weniger Metadaten als Meta. Wer echte Verschlüsselung will, ist mit Signal besser beraten als mit beiden.

Yes – but the ban failed spectacularly. Russia blocked Telegram from April 2018 to June 2020 after the company refused to hand over encryption keys to the FSB. The ban was widely mocked: Telegram stayed nearly fully operational via proxies and VPNs, while the Russian telecoms regulator accidentally blocked millions of unrelated IP addresses in the process. Russia quietly lifted the ban, admitting defeat.

Yes. Pavel Durov, Telegram's founder and CEO, was arrested at Paris–Le Bourget airport on 24 August 2024. French authorities investigated him in connection with allegations that Telegram failed to cooperate with law enforcement and allowed criminal activity – including drug trafficking, fraud, and child abuse material – to flourish on the platform. He was released on bail and placed under formal investigation; the case was ongoing as of mid-2025.

No – there is no documented, officially enforced ban on Telegram in Kenya. There have been political tensions and calls for scrutiny of social media platforms in the country, but no verified, enacted Telegram-specific block as of mid-2025. If you're experiencing connectivity issues in Kenya, a local ISP problem or VPN misconfiguration is the more likely culprit.

Ganz einfach – Telegram ist Cloud-basiert, alle Nachrichten sind bereits auf den Servern gespeichert. Neue App installieren, dieselbe Telefonnummer verifizieren, fertig: Chats, Medien und Kontakte sind sofort verfügbar. Wer auch lokale Medien sichern will, nutzt vorab die integrierte Exportfunktion unter Einstellungen → Datenschutz → Daten exportieren.

Partially. Telegram's client-side apps (iOS, Android, Desktop) are open source and publicly available on GitHub. The server-side code, however, is proprietary and closed – which is a critical distinction security researchers love to point out. You can verify what your app sends, but you cannot independently audit what Telegram's servers actually do with that data.

Yes, in the sense that it was founded by Russians. Pavel and Nikolai Durov, both Russian nationals, launched Telegram in 2013 after previously building VKontakte (VK), Russia's dominant social network. However, Telegram was deliberately incorporated outside Russia – first in Germany, then moving operations to Dubai – precisely to keep it out of reach of Russian authorities. "Made in Russia" is the origin story Telegram has spent years distancing itself from.

Yes – see above. Russia officially blocked Telegram between April 2018 and June 2020 after the FSB demanded access to user encryption keys and Durov refused. The block was technically ineffective; Telegram barely flinched. Since the ban was lifted, Telegram has ironically become one of the most-used platforms inside Russia, including as a primary channel for war-related news since February 2022.

Telegram wurde im August 2013 veröffentlicht – zunächst für iOS, kurz darauf für Android. Die Gründung fiel in eine Zeit, in der Pavel Durov gerade zunehmend unter Druck russischer Behörden geriet, VK herauszugeben. Telegram war von Anfang an als staatsresistente Kommunikationsinfrastruktur konzipiert, nicht als schnöde Chat-App.

Den Account löscht man nicht in der App selbst, sondern ausschließlich über die offizielle Webseite: my.telegram.org → „Delete Account". Alternativ gibt es in den App-Einstellungen unter Datenschutz eine automatische Löschfunktion, die den Account nach einer festgelegten Inaktivitätsdauer (1 bis 12 Monate) selbst löscht. Achtung: Die Löschung ist sofort und unwiderruflich – alle Daten, Gruppen und Kanäle sind weg.

Direkt in der App über die Suchfunktion (Lupe) nach Stichworten suchen – Telegram zeigt öffentliche Gruppen und Kanäle an. Darüber hinaus gibt es unabhängige Verzeichnisse wie tgstat.com oder tlgrm.eu, die Gruppen nach Thema und Sprache kategorisieren. Wer in geschlossene Gruppen will, braucht einen Einladungslink von einem Mitglied.

Die meistgenannten Gründe: keine Meta-Konzernzugehörigkeit, größere Gruppen (bis zu 200.000 Mitglieder), keine Datenweitergabe an Facebook-Werbenetzwerke und mehr Anonymitätsoptionen. Was Telegram-Enthusiasten gern übersehen: WhatsApp bietet standardmäßig stärkere Verschlüsselung. Telegram ist mächtiger als WhatsApp – aber nicht automatisch sicherer.

Das kann mehrere Ursachen haben: In einigen Ländern ist Telegram aktiv gesperrt (Iran, China, teils Brasilien in bestimmten Zeiträumen). Ansonsten sind Serverausfälle, eine fehlende Internetverbindung oder ein veraltetes App-Update die häufigsten Gründe. Telegramms Statusseite unter downdetector.de gibt Echtzeit-Auskunft über gemeldete Störungen.

Telegram ist sehr wohl im Google Play Store verfügbar – wer es dort nicht findet, sucht möglicherweise auf einem Gerät ohne Google-Dienste (z. B. Huawei nach 2019) oder in einem Land mit eingeschränktem Play-Store-Zugang. Alternativ bietet Telegram auf seiner Website direkt eine APK-Datei zum Sideloaden an – was die App bewusst unabhängig von App-Store-Regeln macht.

Es gibt echte Gegenargumente: Normale Chats sind nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt, Telegramms Server-Code ist nicht einsehbar, und die Plattform ist dokumentiert ein Tummelplatz für kriminelle Netzwerke, Extremisten und Betrugsmaschen. Dazu kommt: Das Unternehmen sitzt in Dubai, ist kaum reguliert und kooperierte laut französischer Justiz jahrelang unzureichend mit Strafverfolgungsbehörden. Wer Sicherheit priorisiert, sollte Signal ernsthaft in Betracht ziehen.

Telegram sperrt Telefonnummern, wenn sie gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen – etwa durch Spam, das Verbreiten illegaler Inhalte oder auffälliges Massenverhalten. Auch Nummern aus bestimmten Ländern oder von VoIP-Anbietern werden bei der Registrierung manchmal blockiert. Einspruch ist über das offizielle Kontaktformular unter telegram.org/support möglich, aber Telegram antwortet nach eigenen Angaben selektiv.

Die häufigsten Ursachen: Serverprobleme auf Telegramms Seite, eine instabile Internetverbindung, ein veraltetes App-Update oder eine aktive VPN-Verbindung, die den Telegram-Traffic blockiert. In seltenen Fällen hat der eigene Mobilfunkanbieter oder das Land den Dienst eingeschränkt. Erste Anlaufstelle: App neu starten, Update prüfen, auf downdetector.de den Status checken.

Telegram selbst verlangt laut Nutzungsbedingungen ein Mindestalter von 16 Jahren – nicht 18. Die „ab 18"-Einschränkung betrifft spezifische Kanäle mit expliziten Inhalten, die Telegram seit 2021 unter einer freiwilligen Altersverifikation zusammenfasst. Da diese Verifikation aber trivial zu umgehen ist, haben Jugendschützer und Behörden die Plattform wiederholt kritisiert: Das System schützt de facto kaum.

Den Account löscht man über my.telegram.org im Browser: Einloggen mit der Telefonnummer, Bestätigungscode aus der App eingeben, dann „Delete Account" auswählen und bestätigen. Alternativ unter App-Einstellungen → Datenschutz und Sicherheit → automatische Kontolöschung auf die kürzeste Frist stellen. Die Löschung ist permanent – kein Backup, keine Rückgängig-Funktion.

Über die Suchleiste in der Telegram-App nach Themen, Hashtags oder Gruppennamen suchen – öffentliche Gruppen erscheinen direkt in den Ergebnissen. Externe Verzeichnisse wie tgstat.com, telemetr.io oder gruppenlink.de listen Tausende Gruppen nach Kategorie. Für private Gruppen braucht man zwingend einen Einladungslink von einem bestehenden Mitglied.

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