Telegram
Telegram vermarktet sich als die sichere WhatsApp-Alternative – doch hinter dem Freiheits-Image steckt eine Geschichte voller Widersprüche, Verbote und unbequemer Wahrheiten.
Telegram ist ein Cloud-basierter Instant-Messenger, der 2013 von den russisch-deutschen Unternehmern Pavel und Nikolai Durov gegründet wurde. Die App wirbt mit Datenschutz, Geschwindigkeit und Freiheit – und hat weltweit über 900 Millionen aktive Nutzer, Tendenz steigend.
Der Hype um Telegram speist sich vor allem aus der Unzufriedenheit mit WhatsApp und Meta: Keine Werbung, keine offensichtliche Konzernmutter, keine Telefonnummernpflicht für Gruppen – so lautet das Versprechen. Doch die Realität ist komplizierter. Telegram ist nicht standardmäßig Ende-zu-Ende-verschlüsselt, was viele Nutzer nicht wissen.
Gleichzeitig ist die Plattform zum bevorzugten Kanal für politische Bewegungen, Whistleblower, aber auch für kriminelle Netzwerke, Desinformationskampagnen und den Handel mit illegalen Inhalten geworden. Das hat Behörden weltweit auf den Plan gerufen.
Gründer Pavel Durov selbst ist keine unumstrittene Figur: Er wurde im August 2024 in Frankreich festgenommen, was die Diskussion über Telegramms Moderationspraktiken und die Verantwortung von Plattformbetreibern neu entfachte. Das Unternehmen hat seinen Sitz formell in Dubai – eine Entscheidung, die wenig dem Zufall überlassen wurde.
Wer Telegram nutzt, sollte wissen, womit er es wirklich zu tun hat: einem mächtigen, kaum regulierten Kommunikationswerkzeug, das je nach Nutzung Befreiung oder Einfallstor für ernste Risiken sein kann.