Spotify
Spotify ist der unangefochtene König des Music-Streamings – aber seine Preise, Datenpraktiken und die miese Künstlervergütung machen es zum umstrittensten Plattenvertrag, den die Musikindustrie je gesehen hat.
Spotify: Der Streaming-Riese, dem niemand so richtig vertraut
Spotify wurde 2006 in Stockholm gegründet und ist heute mit über 600 Millionen Nutzern und mehr als 240 Millionen zahlenden Abonnenten der weltweit größte Musik-Streamingdienst. Der Schwede Daniel Ek baute damit eine Plattform, die die Musikpiraterie eindämmen sollte – und tatsächlich hat sie das geschafft. Aber zu welchem Preis?
Die Fragen, die Nutzer über Spotify stellen, drehen sich selten um neue Features. Sie drehen sich um Geld: Warum ist es so teuer? Gibt es Alternativen? Ist die kostenlose Version überhaupt nutzbar? Das zeigt, dass Spotify ein Vertrauens- und Preisproblem hat, das sich durch alle Nutzergruppen zieht – von Studierenden bis zu Rentnern.
Was Spotify selbst nie laut sagen wird: Künstlerinnen und Künstler verdienen auf der Plattform einen Bruchteil eines Cents pro Stream – im Schnitt zwischen 0,003 und 0,005 Euro. Ein unabhängiger Musiker braucht etwa 250.000 Streams pro Monat, um auf den deutschen Mindestlohn zu kommen. Das ist kein Geheimnis mehr, es ist dokumentiert – und ein wesentlicher Grund, warum immer mehr Menschen den Dienst hinterfragen.
Spotify sammelt außerdem umfangreiche Nutzerdaten: Hörgewohnheiten, Stimmungsprofile, Standortdaten und sogar Informationen aus verlinkten Social-Media-Konten. Diese Daten sind das eigentliche Geschäftsmodell hinter der „kostenlosen” Version. Wer Spotify gratis nutzt, zahlt nicht mit Geld – er zahlt mit Aufmerksamkeit und Daten.