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Puma ist eine deutsche Sportmarke mit Weltgeltung – aber das Geld fließt längst nach China, die Schuhe kommen aus Asien, und die Dassler-Fehde, die die Marke überhaupt erst erschaffen hat, bleibt die beste Gründungsgeschichte im Sport.

By · datastats · Aktualisiert 4. Juni 2026
Puma
Aarp65 · CC BY-SA 3.0

Puma – die zweite Seite der Dassler-Münze

Puma wurde 1948 in Herzogenaurach gegründet, als Rudolf Dassler im Streit mit seinem Bruder Adolf die gemeinsame Schuhfabrik verließ. Adolf behielt „Adi Dassler” – besser bekannt als Adidas. Rudolf nannte seine neue Firma erst „Ruda”, dann Puma. Beide Brüder bauten ihre Fabriken buchstäblich auf gegenüberliegenden Seiten der Aurach auf, und die Stadt spaltete sich jahrzehntelang in zwei feindliche Lager. Kein Mythos – belegbare Lokalgeschichte.

Heute ist Puma die Nummer drei im globalen Sportartikelmarkt, klar hinter Nike und Adidas. Mit einem Jahresumsatz von rund 8–9 Milliarden Euro ist Puma deutlich kleiner als Adidas (über 20 Milliarden Euro). Der Hauptsitz ist bis heute in Herzogenaurach – dieselbe Stadt, in der auch Adidas sitzt, was weltweit einmalig ist.

Was viele nicht wissen: Puma ist seit Jahren mehrheitlich im Besitz des französischen Luxuskonzerns Kering (Gucci, Saint Laurent, Balenciaga). Kering hat seinen Anteil jedoch schrittweise reduziert und weitere Anteile werden von der chinesischen Investmentgesellschaft Broad Street gehalten. Von „deutschem Familienunternehmen” kann schon lange keine Rede mehr sein.

Produziert wird das meiste, was das Puma-Logo trägt, in Vietnam, Kambodscha, Bangladesh und China – nicht in Deutschland. Das ist kein Geheimnis, aber die wenigsten Konsumenten, die den Markencat auf dem Schuh kaufen, denken dabei an eine Fabrik in Südostasien.

Häufige Fragen

Adidas ist um ein Vielfaches größer. Adidas erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von über 20 Milliarden Euro, Puma liegt bei rund 8–9 Milliarden Euro. Auch bei Marktkapitalisierung und Mitarbeiterzahl ist Adidas klar vorne. Beide kommen aus Herzogenaurach – aber das ist der Vergleich zwischen einem Konzern und seinem kleineren Bruder.

Nein. Die Familie Dassler ist weder an Adidas noch an Puma unternehmerisch beteiligt. Adidas ist seit Jahrzehnten ein börsennotierter Konzern ohne nennenswerten Familienanteil. Die letzte prominente Dassler-Nachfahrin bei Puma war Armin Dassler (Rudolfs Sohn), der die Marke bis in die 1980er führte – danach verlor die Familie schrittweise die Kontrolle.

Nein. Ein Puma ist kein Tiger, weder männlich noch weiblich – es handelt sich um eine vollständig eigenständige Tierart. Pumas (Puma concolor) gehören zur Familie der Katzen, sind aber enger mit Geparden und Hauskatzen verwandt als mit Tigern oder Löwen. Das Weibchen eines Tigers heißt schlicht Tigerin.

Nein. Ein weiblicher Löwe heißt Löwin. Der Puma ist eine eigenständige Großkatzenart, die in Nord- und Südamerika heimisch ist – evolutionär weit entfernt vom afrikanischen Löwen. Die Verwechslung kommt vermutlich daher, dass beide groß, beige-braun und einschüchternd sind.

Dafür gibt es keine allgemeine gesetzliche Grundlage, die „Puma Extra" als Produkt oder Marke in Deutschland verbietet. Möglicherweise bezieht sich die Frage auf ein spezifisches Nahrungsergänzungsmittel oder Energy-Drink mit diesem Namen, dessen Inhaltsstoffe (z. B. bestimmte Stimulanzien) EU-rechtlich nicht zugelassen sind – das ist aber kein Puma-Sportartikel-Problem, sondern ein Lebensmittelrecht-Thema. Wer ein konkretes Produkt meint, sollte die EFSA-Zulassungsliste prüfen.

Nein. Puma ist seit den 1980er Jahren nicht mehr im Besitz der Familie Dassler. Heute ist der französische Luxusgüterkonzern Kering SE (mit Marken wie Gucci) der größte Einzelaktionär, hält aber unter 30 % und hat seinen Anteil zuletzt weiter reduziert. Der Rest ist an der Börse handelbar oder in Händen institutioneller Investoren.

Theoretisch kann jedes Unternehmen insolvent gehen, aber bei Puma ist das aktuell kein realistisches Szenario. Die Marke erzielt Milliardenumsätze, ist börsennotiert und hat mit Kering einen kapitalstarken Großaktionär im Rücken. Puma kämpft jedoch mit sinkenden Aktienkursen und Gewinnwarnungen – das ist Gegenwind, kein freier Fall.

Der Puma (Puma concolor) trägt gleich mehrere Namen: Berglöwe, Silberlöwe, Kuguar (von englisch „Cougar") und Panther – letzteres teilt er sich allerdings mit anderen Arten. Damit hält der Puma einen tierischen Rekord: Laut Guinness World Records trägt kein anderes Wildtier so viele gebräuchliche Namen in verschiedenen Sprachen.

Sort of – hier ist der Unterschied wichtig. Puma hat seinen Hauptsitz weiterhin in Herzogenaurach, ist nach deutschem Recht als SE (Societas Europaea) organisiert und an der Frankfurter Börse notiert. Aber die Mehrheitseigentümer sind französisch und teils international, und produziert wird fast ausschließlich in Asien. Der Pass ist deutsch; das Kapital ist es längst nicht mehr.

Nein – zumindest meistens nicht. „Schwarzer Panther" ist kein Artname, sondern bezeichnet Tiere mit Melanismus: Am häufigsten sind das Leoparden oder Jaguare. Pumas können in seltenen Fällen ebenfalls dunkler gefärbt sein, aber ein „schwarzer Puma" ist extrem selten und in der Wissenschaft kaum dokumentiert. Der Marvel-Charakter Black Panther ist übrigens vom Leoparden inspiriert, nicht vom Puma.

Die Puma-Aktie (ISIN DE0006969603) hat in den Jahren 2023–2024 deutlich an Wert verloren – Gewinnwarnungen, schwaches China-Geschäft und ein härterer Wettbewerb haben das Papier belastet. Kering hat zudem Anteile verkauft, was den Kurs zusätzlich unter Druck setzte. Das ist keine Katastrophe, aber ein klares Zeichen, dass Puma strukturell Hausaufgaben hat.

Nein, nicht im Sinne eines chinesischen Eigentümers. Der Hauptaktionär ist der französische Konzern Kering. Allerdings ist China für Puma ein zentraler Absatzmarkt und Produktionsstandort – und Investoren aus China halten Anteile über verschiedene Vehikel. „Chinesisch" wäre übertrieben; „chinesisch mitgeprägt" trifft die Realität besser.

Puma produziert faktisch nichts mehr in Deutschland. Der Hauptsitz mit Design, Marketing und Verwaltung ist in Herzogenaurach, aber Schuhe und Textilien werden fast ausschließlich in Vietnam, Kambodscha, Bangladesh, China und Indonesien gefertigt. Eine Massenproduktion in Deutschland wäre bei den Kostenstrukturen der Branche betriebswirtschaftlich nicht darstellbar.

Puma ist deutsch gegründet, hat seinen Sitz weiterhin in Deutschland, aber ist im Eigentum eines französisch geführten Konzerns (Kering). Amerikanisch ist Puma nicht – auch wenn die US-Marktpräsenz und der amerikanische Sportmarkt strategisch wichtig sind. Die DNA ist deutsch, die Aktionärsstruktur ist international.

Pumas globaler Hauptsitz ist in Herzogenaurach, Bayern – einer Kleinstadt mit rund 25.000 Einwohnern, die damit das wohl dichteste Sportmarken-Biotop der Welt beherbergt: Puma und Adidas sitzen dort seit 1948 buchstäblich Straße für Straße nebeneinander.

Der größte Einzelaktionär ist Kering SE, der französische Luxusgüterkonzern (mit Gucci, Balenciaga, Saint Laurent). Kering hat seinen Anteil zuletzt auf unter 30 % reduziert und signalisiert, ihn weiter zu senken. Der Rest der Aktien ist breit gestreut an Börseninvestoren – von institutionellen Fonds bis zu privaten Kleinaktionären.

Puma lässt den überwiegenden Teil seiner Schuhe in Vietnam, Kambodscha, Bangladesh, Indonesien und China produzieren – über Auftragshersteller, nicht in eigenen Fabriken. Das ist Branchenstandard bei Nike, Adidas und Co. und bedeutet, dass Puma wie alle großen Sportmarken von günstigen Arbeitskosten in Südostasien abhängig ist.

Sort of – die gleiche Antwort gilt wie bei Puma. Adidas hat seinen Sitz in Herzogenaurach, ist nach deutschem Recht organisiert und an der Frankfurter Börse gelistet. Aber der Aktionärskreis ist international, produziert wird in Asien, und das Führungsteam ist global besetzt. „Deutsch" beschreibt Herkunft und Sitz – nicht Eigentümer oder Lieferkette.

Viele. Löwen, Tiger, Leoparden, Jaguare und Braunbären übertreffen den Puma in Körpermasse und roher Kraft deutlich. Ein ausgewachsener Jaguar wiegt bis zu 100 kg und hat einen der stärksten Bisse aller Katzen – ein Puma bringt es auf 60–80 kg. Der Puma kompensiert das durch Ausdauer, Wendigkeit und Anpassungsfähigkeit.

Der Jaguar ist stärker. Er ist schwerer (bis 100 kg vs. ~80 kg beim Puma), hat den stärksten Biss aller Katzen im Verhältnis zur Körpergröße und tötet Beute durch direkten Schädelschuss – eine Technik, die kein anderes Tier in Amerika beherrscht. In der Wildnis weicht der Puma dem Jaguar aus, wo beide vorkommen – das sagt alles.

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