Puma
Puma ist eine deutsche Sportmarke mit Weltgeltung – aber das Geld fließt längst nach China, die Schuhe kommen aus Asien, und die Dassler-Fehde, die die Marke überhaupt erst erschaffen hat, bleibt die beste Gründungsgeschichte im Sport.
Puma – die zweite Seite der Dassler-Münze
Puma wurde 1948 in Herzogenaurach gegründet, als Rudolf Dassler im Streit mit seinem Bruder Adolf die gemeinsame Schuhfabrik verließ. Adolf behielt „Adi Dassler” – besser bekannt als Adidas. Rudolf nannte seine neue Firma erst „Ruda”, dann Puma. Beide Brüder bauten ihre Fabriken buchstäblich auf gegenüberliegenden Seiten der Aurach auf, und die Stadt spaltete sich jahrzehntelang in zwei feindliche Lager. Kein Mythos – belegbare Lokalgeschichte.
Heute ist Puma die Nummer drei im globalen Sportartikelmarkt, klar hinter Nike und Adidas. Mit einem Jahresumsatz von rund 8–9 Milliarden Euro ist Puma deutlich kleiner als Adidas (über 20 Milliarden Euro). Der Hauptsitz ist bis heute in Herzogenaurach – dieselbe Stadt, in der auch Adidas sitzt, was weltweit einmalig ist.
Was viele nicht wissen: Puma ist seit Jahren mehrheitlich im Besitz des französischen Luxuskonzerns Kering (Gucci, Saint Laurent, Balenciaga). Kering hat seinen Anteil jedoch schrittweise reduziert und weitere Anteile werden von der chinesischen Investmentgesellschaft Broad Street gehalten. Von „deutschem Familienunternehmen” kann schon lange keine Rede mehr sein.
Produziert wird das meiste, was das Puma-Logo trägt, in Vietnam, Kambodscha, Bangladesh und China – nicht in Deutschland. Das ist kein Geheimnis, aber die wenigsten Konsumenten, die den Markencat auf dem Schuh kaufen, denken dabei an eine Fabrik in Südostasien.